Magdeburg (mö) l Beim Anblick der Bilder über die Flut im letzten Sommer war für die Schülerinnen und Schüler des Börde-Gymnasium Wanzleben sofort klar: Unser Schulfest wird eine Benefizveranstaltung für die Geschädigten der Hochwasserkatastrophe. Dann hatten sie eine weitere Idee mit Sportsgeist: Ein Lauf, der Geld einbringen soll.

Jeder Läufer kümmerte sich um einen Sponsor und ließ sich Runde für Runde "bezahlen". Der Erlös wanderte ebenfalls in die Spendenbox. Auch die 24 Schüler der Klasse 9/2 sind bei dieser Benefizveranstaltung fleißig gelaufen, so dass eine stolze Summe zusammen kam.

Max Winkelmann schaffte 32 Runden und Maxi Trieger 20 Runden. Dann entschied die Klasse selbst, wer das Geld bekommen sollte. Die Wahl fiel unter anderem auf das Regenbogenhaus auf dem Werder, das während des Hochwassers arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Spendenübergabe wurde mit einem Vor-Ort-Besuch samt Rundgang verbunden. "Wir sind begeistert über das Engagement der Schüler und freuen uns sehr über die 840 Euro", erzählt Einrichtungsleiter Gerhard Ackermann.

Mit den Spendengeldern werden persönliche Gegenstände der Bewohner ersetzt, die während der Flut zerstört wurden. "Zudem planen wir eine Gartenparty für alle, die uns dabei geholfen haben, dass nach dem Hochwasser wieder Normalität einkehrt", so Ackermann weiter. Die Schulklasse aus Wanzleben wird natürlich auch eingeladen.

Das Regenbogenhaus in Magdeburg bietet 54 Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen ein zu Hause. Das Leben in der Einrichtung bietet Struktur, Sicherheit und einen geschützten Rahmen. Doch dies mussten die Bewohner für kurze Zeit aufgeben, als sie ihr Zuhause vorsorglich verlassen mussten. Am 7. Juni forderte der Krisenstab der Landeshauptstadt die Mitarbeiter und Bewohner zur Evakuierung des Behindertenwohnheimes des Paritätischen auf.

Kniehoch steht das Wasser im Keller, als Gerhard Ackermann in das Regenbogenhaus zurückkehrt und die Schäden begutachtet. Alles was im Vorfeld nicht aus dem Keller ins Erdgeschoss der Einrichtung gerettet werden konnte, wurde durch das Wasser zerstört oder stark beschädigt. Heizungsanlage und Fahrstuhl sind defekt. Kellertüren und Schränke sind durch die Feuchtigkeit aufgequollen und müssen ersetzt werden. Aber auch persönliche Dinge der Bewohner, die im Keller lagerten, wurden zerstört. "Das Drängwasser stand mehrere Tage in den Kellerräumen. Ein Abpumpen des Wassers war nicht sofort möglich, da das Grundwasser immer wieder nachsickerte", erzählt Gerhard Ackermann.

Rund 45000 Euro Schaden hat die Elbeflut im Regenbogenhaus in Magdeburg angerichtet. Allein die Schäden am Inventar und Gebäude betragen 20000 Euro, hinzukommen die Kosten für die Evakuierung und der zusätzliche Personalaufwand.