Die kommunale Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos kann bald mit den ersten Sicherungsarbeiten an seinem historischen Bahnhofgebäude beginnen. "Dafür erhalten wir 55000 Euro an Fördermitteln durch das Bundesverkehrsministerium und des Landes", erklärte Bewos-Geschäftsführer Thomas Harborth.

Oschersleben l Bereits mit Eigenmitteln konnten im vergangenen Jahr einige durch Einbruch und Vandalismus zerstörte Fenster und Türen gesichert werden. Nun gehe es in größerem Rahmen weiter. Dafür hat sich Harborth die Bauingenieurin Elke Weinrich aus Wernigerode an die Seite geholt. Die ausgewiesene Expertin für Altbausanierung war bereits für die Gestaltung der farbenfrohen Wohnblöcke An der Wasserrenne oder die Sanierung des historischen Gebäudes in der Magdeburger Straße 47 verantwortlich. "Wir werden die Schornsteine bis in Höhe der Dachhaut abtragen, weil deren Standsicherheit mit zunehmendem Alter nicht mehr gewährleistet werden kann", erklärt Weinrich.

Außerdem sollen die Dachflächen durch Reparaturen an Fehlstellen abgedichtet und ein gutes Dutzend weiterer Fenster wetterdicht verschlossen werden. Außerdem werde der teilweise bis zu zehn Zentimeter hohe Schutt und abgelagerter Hausmüll entsorgt. Dafür und für die Beseitigung von Taubenkot muss wegen der Gesundheitsgefährdung eine Fachfirma beauftragt werden", erklärt die Fachfrau weiter. Dies anstehenden Arbeiten seien so dringend, um das altehrwürdige Gebäude vor Pilzbefall und Ähnlichem zu schützen.

Den in den Jahren 1842 bis 1846 errichteten Bahnhof hebt die Bau-Ingenieurin als etwas ganz Besonderes hervor. Das Einzeldenkmal sei ein bedeutendes Gebäude des Klassizismus, in dem sich auf die Form alter griechischer Tempel besonnen wurde. Der berühmte Architekt Karl Friedrich Schinkel sei ein herausragender Vertreter dieser Epoche gewesen, deren Bauten sich beispielsweise an der Anordnung der Fenster und Kapitelle erkennen lasse. Als etwas ganz besonders hebt die Planerin den ehemaligen Lichthof mit seinem Schmetterlingsdach hervor, der wieder mit einem Glasdach versehen werden sollte. Die historische Stahlkonstruktion ist noch genietet und weise auf die Originalität aus der Bauzeit hin. "Das Gebäude birgt gerade im Hinblick auf innerstädtische Entwicklung zu einem bedeutungsvollen Zentrum ein großes Potential. Dieser Ort ist eine Chance", betont die Planerin.

Unterdessen verweist Thomas Harborth auf eine Sanierungs- und Rückbaudokumentation, die das benachbarte Bahnhofgelände betrifft. Das Schriftstück führt so genannte Altlastenerkundungen auf. "Eine von der sanierten Fläche ausgehende Gefährdung von Schutzgütern ist nicht mehr zu erwarten", heißt es im Fazit.