Die Gröninger Kinder- tagesstätte soll im nächsten Jahr ein neues Dach bekommen. Noch in diesem Jahr sind weitere Sanierungsarbeiten am Gebäude der früher staatlichen und heute privaten Sekundarschule vorgesehen. Auch sollen Dach und Fassade der Wirtschaftsakademie auf Vordermann gebracht werden. Ein Förder- programm macht das alles möglich.

Gröningen l 100000 Euro hat der Gröninger Stadtrat in diesem Jahr in seinem Haushaltsplan für die weitere Sanierung der Gebäude der früheren Sekundarschule eingeplant, in die sich eine Freie Sekundar- schule eingemietet hat. Für Sanierungsarbeiten an der Gröninger Kindertagesstätte sind laut langfristiger Finanzplanung der Stadt 45000 Euro im Jahr 2015 vorgesehen, 36600 Euro im Jahr 2016 und 5000 Euro im Jahr 2017. Wobei jeweils noch doppelt soviel Geld vom Land dazukommt. Und zwar im Rahmen eines Förderprogramms des Landes, für das Gröningen ein langfristiges Konzept erarbeitet und dessen Verlängerung der Stadtrat jetzt beantragt hat.

Zur Erinnerung: Dass der Gröninger Marktplatz vor dem Kulturhaus heute doch recht schmuck aussieht und dass inzwischen auch das Kulturhaus selbst dort optisch sehr gut reinpasst, hat die Stadt einem Förderprogramm des Landes zu verdanken. Wie beispielsweise auch den heutigen Zustand der Alten Kirchstraße, der Grabenstraße oder der Schöneeck- straße. "Programm für städtebauliche Sanierungsmaßnahmen im ländlichen Raum" hatte das Land im Jahr 1995 dieses Förderprogramm genannt und in Gröningen auf diesem Wege bis zum Jahr 2010 insgesamt 143 kleinere und größere private und städtische Sanierungsprojekte finanziell unterstützt. In der Regel sind jeweils zwei Drittel der Kosten vom Land aus Mitteln der Europäischen Union übernommen worden. Ines Philipp spricht von "mehreren Millionen Euro", die so aus Brüssel über Magdeburg nach Gröningen geflossen sind. "Ohne dieses Förder- programm wären in Gröningen viele Vorhaben nicht zu realisieren gewesen", betont die Bauamtsleiterin der Verbandsgemeinde Westliche Börde.

Das Land hat Gröningens Konzept akzeptiert

Vor diesem Hintergrund hatte der Gröninger Stadtrat im Jahr 2011 auch sofort versucht, in das Nachfolge-Förderprogramm zu kommen, das da heißt: "Förderung von kleinen Städten und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke". Und der Stadtrat hatte Erfolg, das Land hat Gröningens Konzept akzeptiert. Denn während das erste Förderprogramm einzelne Sanierungen gefördert hat, musste nun ein langfristig angelegtes Konzept her, um die Fördermittel zu bekommen, die nun Land und Bund zu je einem Drittel beisteuern. "Das Ziel der Stadt ist unter anderem, mit diesem Konzept Gröningen als einen Ort der Bildung zu sichern", sagt Ines Philipp.

Weshalb die Stadt den Antrag zur Aufnahme in das neue Förderprogramm auch mit der Überschrift "Erhalt und Stärkung von Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialstrukturen" eingereicht hatte. Innerhalb eines zuerst festgelegten, gut 16 Hektar großen Fördergebiets sind dabei zwei Schwerpunkte ausgewiesen worden.

Ein Schwerpunkt ist der frühere "Edelhof"

Das ist zum einen der Bereich "Edelhof", der einst vor allem von der Landwirtschaft genutzt worden war und auf dem sich das frühere Altenheim befunden hatte. Das Areal befindet sich in privater Hand und würde sich zum einen für touristische Zwecke umgestalten lassen und im hinteren Teil in ein Wohngebiet für Einfamilien- häuser. Doch diese Ideen in die Wirklichkeit umzusetzen, "ist noch ein weiter Weg", wie Ines Philipp sagt.

Mit der Realisierung ist bereits begonnen worden

Hingegen ist mit der Realisierung des zweiten Schwerpunkts bereits begonnen worden, die nun in diesem und in den nächsten Jahren fortgesetzt wird. Hier geht es um Sanierungsarbeiten im Bereich Wirtschaftsakademie/Sekundarschule/Kindertagesstätte. Für die ersten Projekte, die bereits 2011, 2013 und 2013 beantragt worden sind, gibt es bereits grünes Licht aus Magdeburg.

So sind im vergangenen Jahr in der Sekundarschule Brandschutzmaßnahmen vorgenommen worden, wie die Baumamtsleiterin sagt: "Zwischen der Stadt Gröningen und dem freien Schulträger besteht ein Nutzungsvertrag. Somit sind weitere Sanierungen erforderlich." Dazu würde beispielsweise die Neugestaltung des Schulhofes nebst Abriss eines Nebengebäudes gehören. Auch müsse ein zweiter Rettungsweg, der von der Aula ins Freie führt, gebaut werden. Insgesamt sind dafür 300000 Euro vorgesehen. 200000 kommen von Land und Bund, die 100000 Euro Eigenanteil sind im Gröninger Haushalt berücksichtigt.

Insgesamt 180000 Euro wird die Sanierung von Fassade und Dach der Gebäude der Wirtschaftsakademie kosten. Wobei die Stadt dieses Projekt lediglich begleiten, die Akademie den Eigenanteil von 60000 Euro allein aufbringen wird. "Diese Arbeiten sind auch in diesem Jahr vorgesehen", sagt Ines Philipp.

Während es am Gebäude der Kindertagesstätte erst im nächsten Jahr so richtig los- gehen wird. Hier soll vor allem das Dach erneuert werden, das im Jahr 2011 lediglich an einigen Stellen repariert worden ist. Als erster Schritt wird ein Holzgutachten in Auftrag gegeben, "damit wir wissen, wie weit wir mit den 260000 Euro kommen, die uns für dieses Gebäude bis 2017 zur Verfügung stehen", kündigt die Bauamtsleiterin an.

 

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