In Sankt Vitus in Kloster Gröningen hängt jetzt ein neues Kruzifix, das nach einer Restaurierung im Altarbereich angebracht wurde. Das Besondere: Es ist ein Kruzifix mit Echthaar.

KlosterGröningen l "Es ist kaum vorstellbar, wie schwer es war, das Kruzifix dort anzubringen", berichtet Heiko Kessler, Küster von Sankt Vitus. Ursprünglich stammt die schwere Plastik vom gekreuzigten Jesus aus Gröningen. "Unsere ehemalige Pfarrerin Friederike Holtz hatte das gute Stück völlig verstaubt und von Holzwürmern zernagt gefunden und fand es zu schade, um es weiter dem Verfall auszusetzen", erklärt Kessler. Fundort war seinerzeit eine kleine Dachkammer am östlichen Ende der oberen Südempore der Sankt Martini Kirche in Gröningen.

Nun soll das Kruzifix nach einer aufwendigen Restaurierung wieder der Öffentlichkeit präsentiert werden und ziert daher als Dauerleihgabe die Altarwand der Kirche in Kloster Gröningen. "In Gröningen war leider kein Platz mehr dafür in der Kirche. Da es sich hierbei aber wegen des Echthaars um eine Besonderheit in unserer Region handelt, findet es hier in Kloster Gröningen nun eine angemessene Stelle", sagt der Küster weiter.

Echthaar-Kruzifixe seien eher typisch für den thüringischen Raum, erklärt Heiko Kessler. Daher verwundert es auch nicht, dass die Restauratorin Christine Machate aus Thüringen stammt. Dem Bericht der Restauratorin zufolge, könnten die Haare sowohl Ross- als auch Frauenhaare sein. Eine Haaranalyse wurde jedoch nicht erstellt. Dennoch tendiere sie auf Grund ihrer Erfahrung eher zu den Pferdehaaren.

Da jedoch auf Grund der vielen Jahre auch der dargestellte Gottessohn ein wenig unter Haarausfall litt, wurde nun indisches Frauenhaar in die Figur eingearbeitet. Zudem wurde die Dornenkrone mit gewässerten Weißdornzweigen erneuert. Hinzu kam ein neues hölzernes Kreuz und die Ausbesserung an manchen Körperstellen, insbesondere der Finger und Zehen. Ebenso mussten die Farben aufgefrischt werden.

Ermöglicht wurde die etwa 8000 Euro teure Restaurierung durch Sammelspenden und durch eine Zuwendung der kirchlichen Stiftung Kunst- und Kulturgut in Magdeburg. Insbesondere Gröninger Einwohner hatten einiges an Spenden gesammelt.

"Das Anliegen von Pfarrerin Holtz war es, dass das Kruzifix von vielen Menschen gesehen werden kann. Da bietet sich unsere Klosterkirche natürlich an, da sie an der Straße der Romanik liegt", weiß Heiko Kessler und freut sich darüber, dass Kloster Gröningen nun um eine Sehenswürdigkeit reicher ist.

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