Emotional ging es am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oschersleben zu. Der langjährige Wehrleiter Günther Matthias junior sowie sein Stellvertreter Matthias Germer werden sich von ihren Ämtern verabschieden. Unterdessen stand die Wahl ihrer Nachfolger an.

Oscherslebens l "Zwei starke Feuerwehr-Generationen gehen bald zu Ende, Generationen, die es erfolgreich geschafft haben, jahrzehntelang Alphatier zu sein", sagte Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos). Gemeinst waren Günther Matthias junior und sein Vater, der vor seinem Sohn ebenfalls über viele Jahre hinweg die Leitung der Feuerwehr Oschersleben übernommen hatte.

Vor dem Hintergrund des vergangenen Wehrjahres bedankte sich das Stadtoberhaupt zudem bei den Einsatzkräften, die stets ihre Gesundheit und ihr Leben auf`s Spiel setzten sowie ihre Freizeit opferten. Außerdem äußerte Klenke seine Hoffnung auf mehr Nachwuchs. "Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung kommen hier immer mehr Schwierigkeit auf uns zu, die zu meistern sind", sagte der Bürgermeister.

Im Anschluss betonte Kreisbrandmeister Kai Pluntke, dass die Oschersleber mit 38 aktiven Mitgliedern eine der schlagkräftigeren Truppen im Landkreis Börde sind. "Darauf kann die Stadt stolz sein, damit kann bei weitem nicht jede Kommune oder Gemeinde aufwarten", erklärte Pluntke und verwies damit auf das allgemeine Problem des fehlenden Nachwuchses bei den Feuerwehren.

Ulf Nohr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Börde, bat in seiner Rede um die Unterstützung für den neuen noch zu wählenden Stadtwehrleiter sowie die Nachfolger von Günther Matthias junior und Matthias Germer. Außerdem überreichte er den beiden Ausscheidenden den Ehrenstern des Landesfeuerwehrverbandes in Bronze beziehungsweise das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes.

Im Anschluss betonte Oscherslebens Ordnungsamtschef Gerd Ludwig, dass Günther Matthias junior nicht nur 24 Jahre lang der Feuerwehr Oschersleben als sein Leiter gedient, sondern im Laufe seiner Karriere mehr als 1000 Einsätze gefahren hat.

Danach folgte der wohl letzte Jahresbericht von Matthias als Wehrleiter. Laut seinen Angaben wurden im vergangenen Jahr insgesamt 38 Einsätze gefahren, wovon zwei Groß-, fünf Mittel- sowie 19 Kleinbrände bekämpft werden mussten. "Außerdem wurde insgesamt 34 Mal Hilfestellung bei anderen Wehren geleistet", hob der Noch-Wehrleiter hervor, dessen Amtszeit im April enden wird.

So wurde gleich die Gelegenheit genutzt, seinen Nachfolger und den seines Noch-Stellvertreters zu wählen. Demnach wird ab dem Frühjahr Brandmeister Carsten Loof die Geschicke der Feuerwehr Oschersleben leiten. Loof ist gleichzeitig auch der stellvertretende Stadtwehrleiter und führt bis zur Neuwahl am 20. Februar kommissarisch das Amt des Leiters.

Der Wahl vorausgegangen waren noch zwei ganz besondere Ehrungen: So wurde Günther Matthias senior vom stellvertretenden Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes Börde, Harald Hinz, eine Plakette für 70 Jahre Feuerwehrarbeit überreicht. Zusätzlich gab es von der Stadt eine Geldprämie. Außerdem wurde Wolfgang Fricke für "60 Jahre treue Dienste im Feuerwehrwesen" geehrt.

Im Anschluss konnten Susanne Ehrhardt zur Feuer- wehrfrau sowie Volker Fricke und Jan Hundertmark zu Feuerwehrmännern befördert werden. Außerdem erhielten Steven Boy, Kay Haumrich, Heiko Tyrock und René Ehrhardt ihre Verpflichtungs- urkunden.

Der Abschluss des offiziellen Teils der Jahreshauptversammlung wurde mit einer Überraschung gekrönt: So erlebten die Anwesenden eine emotionale Ehrung mit Pauken und Trompeten im wahrsten Sinne des Wortes. Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Hordorf zollte gleich mit mehreren musikalischen Einlagen Günther Matthias junior und Matthias Germer ihren Respekt für die aufopfernde Arbeit bei der Feuerwehr in Oschersleben.

 

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