Der erste kurze Öffnungstag im umgestalteten Börde-Museum Burg Ummendorf hat sich als echte Herausforderung erwiesen. Dass sich die Reihe "Kräuter im Topf" großer Beliebtheit erfreut, ist nicht neu, dennoch war Familie Vogel in der Gastgeber- und Bewirtungsrolle einigermaßen überrascht von dem enormen Andrang.

Ummendorf l Da war das Publikum wohl mächtig ausgehungert - weniger, was den Magen angeht, sondern eher in Bezug auf die Museumsveranstaltungen, die im vergangenen Jahr umbaubedingt auf Diät gesetzt waren. Zum appetitanregenden Auftakt vor der offiziellen Wiedereröffnung des Börde-Museums am 7. März jedenfalls nahm eine rekordverdächtige Gesellschaft neugierig Platz im Trauzimmer der Burg - über 50 Besucher und damit weit mehr als die "Kräuter im Topf"-Mannschaft um Sabine Vogel erwartet hatte.

"Sie sehen uns ganz gewaltig überrascht, die Normalität muss sich erst mal wieder einstellen", hob die Interimsleiterin des Museums fast entschuldigend zur Begrüßung an, während Ehemann Erich Vogel noch einige Sitzgelegenheiten mehr herbeitrug und im kleinen Saal das große Tische- und Stühlerücken begann, damit möglichst alle Gäste ein halbwegs bequemes Auskommen hatten. Die ganz späten Eintrudler, darunter ein älteres Pärchen aus Wolfsburg, mussten zur Mittagsstunde am Sonntag dennoch in den sauren Apfel beißen: entweder im Flur sitzen oder für dieses Mal außen vor bleiben. Sie entschieden sich für Letzteres, hegten angesichts der Menschenfülle jedoch keinen Groll: "Tja, wer zu spät kommt ... dann eben nächstes Mal wieder."

Verpasst haben sie somit den winterlichen Gaumenkitzel, den Sabine und Erich Vogel nebst Tochter Henriette für diese Ausgabe von "Kräuter im Topf" aufbereiteten. Zu dritt waren sie bereits bei der Premiere 1998 helfend im Einsatz. Während Henriette ihrer Mutter an den vielen Töpfen, Pfannen, Bechern und Schälchen zur Hand ging, war es des Vaters Part, auf die gemäß Untertitel der Veranstaltung "erbaulichen Wirkungen" der verwendeten Kräuter-, Gemüse- und Obstsorten einzugehen. Für Erich Vogel in dieser Form eine zwar ungewohnte Rolle, aber keine, die den promovierten Apotheker in Nöte hätte bringen können.

So lieferte auch diese Folge der Koch- und Probierreihe in neuer Besetzung die altbewährte Mischung aus aromatischem Geschmackserlebnis und gewürztem Hintergrundwissen. Ein Großteil der frischen Zutaten speiste sich abermals aus regionalem Anbau, etwa vom Obsthof Wackersleben und vom Gemüsehof Erxleben, wie Sabine Vogel betonte. Das nächste "Kräuter im Topf" findet erst zum Sommerende statt - dann wieder auf dem Burghof mit ausreichend Platz.