Mehr als 800 Stunden haben die Alikendorfer Kameraden in ihre weitere Ausbildung gesteckt. Der hohe Ausbildungsstand der kleinen Wehr sei beispielgebend für andere.

Alikendorf l Die Begrüßung will noch nicht so recht sitzen: "Liebe Kameraden, liebe Kameradin..." Die Tatsache, dass die Freiwillige Feuerwehr Alikendorf erstmals nun auch eine aktive Frau in ihren Reihen hat, muss Wehrleiter Jens Siebert noch ein klein wenig trainieren. Aber das dürfte in dieser Wehr, die seit Jahren eine Erfolgsgeschichte schreibt, eine der kleinsten Übungen sein.

Jens Siebert konnte während der Jahreshauptversammlung im Schützenhaus des Ortes Kreisbrandmeister Kai Pluntke, Abschnittsleiter Ralf Lange, den neuen Oschersleber Wehrleiter und amtierenden Stadtwehrleiter Carsten Loof, den künftigen Stadtwehrleiter Sven Könnecke, Ortsbürgermeisterin Inge Pohle, Kleinalslebens Ortsbürgermeisterin Gabi Osterburg und den Vorsitzenden des Feuerwehr-Fördervereins, Rolf Lingner und natürlich "seine" Kameraden sowie die Mitglieder des Fördervereins begrüßen.

Seinen Jahresbericht begann der Ortswehrleiter mit einer außergewöhnlichen Einsatzzeit: Das Jahr 2013 war erst zwölf Minuten alt, als bereits die Sirene im Ort heulte: Ein Heckenbrand musste gelöscht werden. Keine Frage, dass die Kameraden dieser Wehr einsatzbereit und schnell auch in der Neujahrsnacht zur Stelle waren. Im Verlauf des Jahres gab es weitere, vorwiegend kleinere, Einsätze, doch immer bewiesen die 16 Kameraden der Alikendorfer Wehr, dass sie top ausgebildet und immer einsatzbereit zur Stelle sind. Beim Hochwasser kam die Feuerwehr im Rahmen der Kreisfeuerwehrbereitschaft ebenso zum Einsatz.

Die Kameraden leisteten im vergangenen Jahr 819 Stunden in der Dienstausbildung. Das sind 51 Stunden im Durchschnitt pro Kamerad. Hinzu kommen 215 Einsatzstunden. In diesem Jahr gab es noch keine Einsätze, aber die Kameraden arbeiten weiter an ihrer Ausbildung.

Doch Feuerwehrchef Jens Siebert brachte auch Probleme auf den Punkt, die ihm schon länger auf der Seele liegen. Da ist die Nachwuchsgewinnung zu nennen. Die gleiche Feuerwehrunfallkasse Mitteldeutschland, die für Thüringen und Sachsen-Anhalt zuständig ist, erlaubt in Thüringen den Eintritt von Kindern in die Jugendwehr mit acht Jahren, in Sachsen-Anhalt ist dies erst ab zehn Jahren erlaubt. "Hier muss sich die Politik endlich mal einen Kopf machen", meinte Jens Siebert und sprach gleich den nächsten Punkt in Richtung Politik an: Der Einsatz der freiwilligen Kameraden sollte endlich mit einer Rente Anerkennung finden. Damit würde auch ein höherer Anreiz geschaffen, Feuerwehrmann zu werden. Schließlich kritisierte der Feuerwehrchef Regelungen in der Ausbildung von Maschinisten und Truppmännern. Hier müssten neue Wege gefunden werden.

In ihren Grußworten fanden die Gäste nur lobende Worte für die Alikendorfer Wehr. Abschnittsleiter Ralf Lange, der dieses Amt seit zehn Jahren inne hat, brachte es auf den Punkt: "Ich habe die Entwicklung dieser Wehr mitgestalten und -erleben können. Alle Kameraden haben einen großen Anteil daran, dass der Ausbildungsstand beispielgebend für den gesamten Bereich und damit eine große Stütze ist. Ihr seid eine kleine, feine Truppe, bleibt so!" Für Ortsbürgermeisterin Inge Pohle sind die Feuerwehrleute einschließlich Förderverein eine feste Größe, wenn es um Veranstaltungen im Ort geht. Sie weiß, dass sie sich auf diese Männer und Frauen immer verlassen könne. Das gelte auch für die Vorbereitung der 1050-Jahr-Feier.

Die Alikendorfer Wehr hat mit Lennard Wieger, Sven Näve und Rosalinde Kläke Zuwachs bekommen. Die Feuerwehrfrau war bereits zehn Jahre im aktiven Dienst in Malchin. Der stellvertretende Wehrleiter Michael Werner wurde zum Hauptlöschmeister befördert.