Nicht nur am markanten Spitzturm der Barneberger Friedenskirche hat der Zahn der Zeit schädigend genagt. Auch die drei bleiverglasten Chorfenster in der Apsis sind stark sanierungsbedürftig. Ziemlich dringend sogar, weshalb die Kirchengemeinde für ihr Gotteshaus abermals auf Spendenbereitschaft angewiesen ist.

Barneberg l Viel Halt haben die farbenprächtigen Verglasungen nicht mehr. Schon vor zwei Jahren hat sich ein Teilstück der Petrus-Abbildung des linken Fensters aus der Fassung gelöst. Es wurde notdürftig abgedichtet - sowohl bautechnisch als auch optisch keine dauerhafte Lösung. Dem Provisorium hat die Witterung mittlerweile so zugesetzt, dass nach Ansicht der evangelischen Gemeinde "dringender Handlungsbedarf besteht". Um die beiden anderen Fensterikonen ist es nicht viel besser bestellt.

Der Barneberger Kirchenförderkreis hat sich daraufhin mit der Instandsetzung befasst und unter der Beachtung denkmalrechtlicher und fachlicher Kriterien Kostenvoranschläge zur Restaurierung eingeholt. Ergebnis: Für den dauerhaften Schutz und den Erhalt der drei Fenster sind rund 11000 Euro veranschlagt. Hans und Birk Losert von der beauftragten Fachfirma aus Halberstadt haben ein Schadensprotokoll aufgenommen. Das Fazit der beiden Experten: Das herausgefallene Stück lässt sich wiederherstellen, aber insgesamt seien Fenster und Bleiverglasung in einem sehr schlechten Zustand. Die Sturmeisen sind so stark beschädigt, die Halteschrauben durchgerostet und die Deckenschienen gelockert, dass sich "in absehbarer Zeit weitere Teile herauslösen" dürften. Hinzu komme dem Gutachten zufolge eine unsachgemäße Verknüpfung mit Kupferdraht zwischen den Windstäben und den Bleifeldern: "Durch die entstehende Elektrolyse ist das Material zerstört. Der Eisenstab ist vollständig verlorengegangen." Die Malerei der Gesichter sei angegriffen.

Alles in allem keine guten Nachrichten für Kirchengemeinde und den Förderkreis. Beide hatten sich in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand und Engagement auch der anderen Sanierungsbaustellen an der Friedenskirche angenommen. Zuerst dem weithin sichtbaren Wahr- zeichen des Dorfs, dem 45 Meter hohen Turm, der 1619 erbaut wurde und somit gut 260 Jahre älter ist als die im gothischen Stil gehaltene Hallenkirche mit fünfseitiger Apsis. Die Instandsetzung der Turmhaube erfolgte mit Unterbrechungen von 2009 bis 2012.

Spenden über etwas mehr als 2000 Euro hat die Gemeinde für die Rettung der drei Fenster schon erhalten. Mit der Unterstützung der Barneberger allein sei die benötigte Summe jedoch kurzfristig nicht zu erreichen. Darum ergeht der Appell des Förderkreises über die Dorfgrenzen hinaus: "Jeder Euro hilft uns, ein wichtiges Kulturgut aus vergangenen Tagen zu erhalten."

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