Das Projekt "Bewerbung und Ausbildung" der Sekundarschule Eilsleben soll die baldigen Absolventen auf die ersten Schritte nach der Schulzeit vorbereiten. Also haben die Neuntklässler jüngst Tuchfühlung zu regionalen Betrieben aufgenommen. Kathrin Schmidt, selbst Schülerin der 9. Klasse, berichtet.

Eilsleben l Für die Neuntklässler der Sekundarschule Eilsleben ist die Frage nach dem geeigneten Ausbildungsberuf und -platz schon sehr aktuell. Das erste Praktikum in der Wirtschaft liegt hinter ihnen und das nächste steht unmittelbar bevor. In einem halben Jahr sollten sich die Jugendlichen entschieden haben und die ersten Bewerbungsmappen losschicken. Noch viele Fragen stehen im Raum: Wie sieht eine Bewerbungsmappe aus? Welche Ausbildungsberufe gibt es? Welche Firmen bilden aus? Wie verhalte ich mich im Bewerbungsgespräch? Und noch viele mehr. Fachleute waren bereit, den Schülern Antworten zu geben. Angefangen von Berufsberaterin Kathrin Manitz-Duderstadt bis zu den Azubi-Verantwortlichen in den Betrieben, haben sie das Schulprojekt engagiert unterstützt.

Im Eilsleber Futtermittelbetrieb Schaumann empfingen Rainer Müller und Uwe Opperman die Schüler. Beide sind hier mit der Ausbildung Jugendlicher, etwa zum Müller oder zum Chemikanten, betraut und konnten daher ausführlich über den Weg vom Bewerbungsschreiben, welches "akkurat gestaltet werden sollte, denn es vermittelt den ersten Eindruck des Bewerbers", bis zum Unterschreiben eines Ausbildungsvertrages informieren. Die wichtigste Erkenntnis: Nicht immer sind die Zensuren ausschlaggebend, es zählt auch der persönliche Einsatz.

Mit Lars Wärmer von der Nordzucker AG Klein Wanzleben probten die Jugendlichen in der Schule Bewerbungsgespräche. Obwohl es um nichts ging, waren alle ziemlich aufgeregt und merkten, wie schwer es sein kann, auf bestimmte Fragen richtig zu reagieren. Aber es war ein wichtiger Einblick, und Lars Wärmer betonte: "So etwas kann man trainieren und Übung macht den Meister." Er stellte außerdem die Ausbildungsberufe vor, die im Klein Wanzleber Werk möglich sind.

Auch den oft gefürchteten Einstellungstests sollte die Klasse in dem Projekt begegnen. So standen knifflige Aufgaben aus Mathematik, Deutsch, Logik und Allgemeinwissen auf dem Plan - eine Abfrage unter Zeitdruck. Erstaunt stellten die Schüler fest, dass sie der Herausforderung gut gewachsen waren, viele freuten sich über ihr Abschneiden in den Tests.

Zum Projektabschluss besuchte die Klasse das Eilsleber Unternehmen Nani, das auf Verladetechnik spezialisiert ist. Juniorchef Niclas Grunewald und Ausbildungsleiter Gottfried Schober gaben Auskunft zum Betrieb und seinen Lehrstellen für Konstruktionsmechaniker oder Produktdesigner. Schober ließ aus Erfahrung mit seinen Lehrlingen wissen: "Auch die Berufsschulen stellen hohe Anforderungen an die Auszubildenden, das Lernen hört nie auf."