Eine Brieftaube aus Gifhorn hat es bei einem Wettkampfflug nicht bis nach Hause geschafft. In Ottleben ist sie notgelandet und wurde dort mehrere Tage von Familie Uhe umsorgt. Doch der Vogel sorgte auch für einige Aufregung.

Ottleben l "Wir haben Besuch", sagte Nicole zu ihrer Mutter Edeltraud Uhe, als eine Brieftaube auf ihrem Hof in Ottleben zwischenlandete. An sich vielleicht nichts Besonderes, aber für Familie Uhe schon. "Ich musste mir erstmal das Tier von vorne und hinten ansehen, weil ich sowas noch nicht gesehen hatte", sagte Edeltraud Uhe.

Doch die Taube habe einfach nicht stillhalten wollen. "Wenn ich näher kam, flatterte es mit den Flügeln und schwuppdiwupp war sie dann wieder weg", berichtete die Ottleberin.

Doch schon am Abend sollte es ein Wiedersehen geben. Wie Edeltraud Uhe sich erinnerte, tat ihr die Taube leid und sie stellte ihr etwas zu fressen und Wasser hin. Das gefiel der Taube scheinbar. Jedes Mal nach der Nahrungsaufnahme startete sie zum Rundflug und kehrte dann wieder zurück.

Tier war zu erschöpft

Nachdem die Taube schon seit 14 Tagen auf ihrem Grundstück ein und aus flog, kam es Edeltraud Uhe in den Kopf, dass sie noch immer nicht genau wusste, was für einen Vogel sie da bewirtete. "Ich habe dann im Lexikon gelesen, dass es eine Brieftaube ist", erzählte sie. "Sie fühlte sich richtig wohl bei mir."

Aber die Ottleberin hatte auch entdeckt, dass die Taube mit zwei orangefarbenen Ringen an den Beinen gekennzeichnet war. Hatte sie doch einen Besitzer, der sie vermisste?

Für einen zweiten Einfangversuch in der Dunkelheit bat sie einen Bekannten zu Hilfe. Mit einer Reihe von Hilfsmitteln gelang der Einfangversuch auch. Als das Tier dann in der Kiste saß, konnte auch der Besitzer ermittelt werden, denn der war auf dem Ring vermerkt.

"Ich habe den Besitzer dann angerufen und schon am nächsten Tag hat er seine Taube abgeholt", so Edeltraud Uhe. Es war ein Züchter aus Gifhorn, der ihr erklärte, dass die Taube von einem Flug, der in Polen gestartet wurde, nicht zurückkehrte. Wahrscheinlich sei sie zu erschöpft gewesen und so in Ottleben gelandet.

Für den Weiterflug in den heimischen Schlag habe ihr wahrscheinlich die Orientierung gefehlt, mutmaßt nun Edeltraud Uhe, die von dem Besitzer der Taube ein großes Lob für die gute Pflege bekam. Geblieben von dem ungewöhnlichen Dauergast sind ihr lediglich einige Fotos, die Tochter Nicole gemacht hat.

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