Nach einem tödlichen Unfall im Ortsteil Andersleben sind in ganz Oschersleben Teiche, Brunnen und Zisternen untersucht worden. Insgesamt wurden dabei 35 unzureichend gesicherte Gefahrenstellen ausfindig gemacht. Diese wurden beseitigt und mehrmals nachkontrolliert.

Oschersleben l Insgesamt zwölf Teiche und elf Brunnen wurden im vergangenen Jahr in Oschersleben allein auf privatem Gelände ausfindig gemacht, die hätten ein Risiko für Menschen und Tiere werden können. Zwölf weitere potenzielle Gefahrenstellen wurden entdeckt, für die die Kommune zuständig ist. "Hierbei handelte es sich um Löschbrunnen und Löschteiche der Feuerwehren sowie eine damals unverschlossene Zisterne. Alles wurde systematisch gesichert und mehrmals auch in Nachkontrollen überprüft", sagt Gerd Ludwig, Ordnungsamtsleiter der Stadt Oschersleben. Im vergangenen Jahr sind allein von der Stadt mehrere tausend Euro für solche Sicherungsmaßnahmen an Wasserstellen ausgegeben worden. Hinzu würden laut Ordnungsamtsleiter die Ausgaben der Privatpersonen kommen.

"Wir hatten während der Überprüfung unter anderem auch alle Ortsbürgermeister angeschrieben und aufgrund ihrer Ortskenntnisse um Unterstützung gebeten. Diese Maßnahme war sehr konstruktiv, weil dadurch auch uns bisher völlig unbekannte Stellen gefunden worden sind", berichtet Ludwig.

"Dieser tragische Vorfall hatte uns alle sehr betroffen gemacht."

Gerd Ludwig, Ordnungsamtsleiter

Ausgangspunkt all dieser Überprüfungen und Sicherungsmaßnahmen war ein tragischer Unfall, der sich im März vergangenen Jahres ereignet hatte. Ein siebenjähriges Kind ertrank in einem künstlich angelegten Teich einer ehemaligen Wiederaufbereitungsanlage für Bauschutt im Ortsteil Andersleben.

"Dieser tragische Vorfall hatte uns doch alle sehr betroffen gemacht", sagt Ordnungsamtsleiter Ludwig. Seitdem sei viel in und um Oschersleben geschehen, damit sich so eine Tragödie nicht wiederholen kann.

Bereits 2007 hatte die Volksstimme über den Teich in Andersleben berichtet. Anwohner hatten darauf verwiesen, dass wohl mehr als 100 Tiere im Verlauf der Jahre dort verendet, also ertrunken wären. Die Stadt hatte auf den Hinweis reagiert und wollte den Teich ursprünglich zuschütten lassen. Damals gab es aber zunächst Schwierigkeiten, den Eigentümer des Areals ausfindig zu machen, da mehrere Besitzerwechsel im Verlaufe der Jahre stattgefunden hatten.

In Vereinbarung mit dem Landkreis sei schließlich eine Rampe für das herumstreunende Wild gebaut worden, damit sich die Tiere selbst aus dem Teich befreien können. Nachkontrollen hätten bewiesen, dass danach keine toten Tiere mehr vorzufinden waren.

Doch hat diese Rampe den Tod des Kindes nicht verhindert. Nach diesem Unglück reagierte die Stadt umgehend und der Teich wurde mit rund 400 Tonnen Bauschutt und Erde verfüllt.

Dennoch blieb und bleibt die Frage offen, ob dieser Unfall hätte verhindert werden können. Das Polizeirevier Börde hat laut Pressesprecher Joachim Albrecht mittlerweile die Ermittlungen beendet und alles an die Staatsanwaltschaft Magdeburg übergeben.

Auf Anfrage heißt es dort, dass die Untersuchungen noch andauern. Wie der Staatsanwaltschaft-Pressesprecher Frank Baumgarten sagt, werde noch überprüft, ob Behördenmitarbeiter, die zu diesem Zeitpunkt für die Sicherheit des Grundstückes zuständig waren, ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben könnten.

Ebenfalls sei überprüft worden, ob die Eltern des Kindes ihre Aufsichtspflicht verletzt hatten. Dies wurde jedoch im Verlauf der Ermittlungen ausgeschlossen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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