Pfarrer Ludger Kemming aus Hamersleben hat es lieber, "seine" Stiftskirche "St. Pankratius" in den Mittelpunkt zu schieben, als sich selbst. Dennoch wurde jetzt sein jahrzentelanges Engagement in besonderer Weise gewürdigt: Mit der Verleihung der Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt.

Gröningen/Hamersleben l Pfarrer Ludger Kemming (heute im Ruhestand) gehört seit mehr als 50 Jahren zu Hamersleben. Als er 1962 als Vikar hierher kam, muss er sein Herz an die Stiftskirche St. Pankratius verloren haben, denn fortan engagierte er sich intensiv für ihren Erhalt. Ein Engagement, das heute auch weit über die Grenzen Hamerslebens bekannt ist, wie nicht zuletzt auch die Auszeichnung beweist, die Pfarrer Kemming in diesen Tagen entgegennehmen konnte. Ines Becker hatte als Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Westliche Börde die Ehre, ihm im Auftrag des sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff die Ehrennadel des Landest zu überreichen. Das war, wie sie vermutete, eine Ehrung, die es im mittlerweile über 230 Jahre alten Gröninger Rathaussaal wohl noch nicht gegeben hat.

"Ihr Lebenswerk - der Erhalt der Stiftskirche St. Pankra- tius sowie Ihr Engagement, die Kirche durch Führungen und Veranstaltungen mit Leben zu erfüllen, soll damit gewürdigt werden", erklärte Ines Becker einem sichtlich überraschten Pfarrer Ludger Kemming.

In Vorbereitung des Termins hatte sie umfassend zu Ludger Kemmings Lebenswerk recherchiert. So hatte sie auch erfahren, dass nicht erst in den 1990er-Jahren eine intensive Bauphase an der Stiftskirche St. Pankratius begonnen hat, sondern schon weit davor. Der Pfarrer selbst hatte einst die investierten Baukosten zu DDR-Zeiten schon auf drei Millionen DDR-Mark geschätzt. Bereits in den 1960er-Jahren hatte er es vorangetrieben, die Holzdecke, die mit brauner Ölfarbe angestrichen worden war, wieder freizulegen. Weitere Bau- arbeiten folgten, bei denen der engagierte Pfarrer nicht nur Unterstützung suchte, sondern auch selbst Hand anlegte.

"Durch ihr Herzblut für das Baudenkmal können wir mit Stolz auf ein kulturhistorisches Kleinod verweisen", erklärte Ines Becker. Die romanische Stiftskirche in Hamersleben gehört heute zu den kostbarsten Gotteshäusern im Bistum Magdeburg und ist weit über die Landesgrenzen bekannt. Jährlich machen sie zahlreiche Besucher aus der ganzen Bundesrepublik und dem Ausland zu ihrem Ziel.

Ludger Kemming macht es, wie er selbst sagte, auch nach so langer Zeit noch Freude, für die Kirche da zu sein. Dass sich auch die Menschen im Dorf an der Kirche freuen, beglücke ihn zudem. Die Auszeichnung selbst bezeichnete der Pfarrer, der nicht gern im Vordergrund steht, auch als eine gute Sache für die Kirche, "denn die muss im Gerede bleiben".