Weit über tausend angemeldete Besucher haben im vergangenen Jahr an den Führungen am Hötensleber Grenzdenkmal teilgenommen. Wermutstropfen bleibt die Sperrung der Führungsstelle BT-6 auf der Hügelkuppe des Geländes.

Hötensleben l Gern würde der Grenzdenkmalverein im 20. Jahr seines Bestehens und ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall "das Grenzdenkmal endlich in den Zustand versetzen, der in der Zielstellung von 1993 vorgegeben und vom Landesamt für Denkmalpflege vollinhaltich bestätigt worden ist". So wünschte es sich Vorsitzender Achim Walther in seinem Schlusswort zum Jahresbericht 2013. Was fehle, sei die hoheitliche Handhabe. Erst wenn sie in öffentlicher Hand läge, so Walther, "können die Instandsetzungs- und Erhaltungsarbeiten an der übrigen Denkmalsubstanz vorgenommen werden." Das gelte insbesondere für das Dauerärgernis Beobachtungsturm, dessen Sperrung durch den privaten Eigentümer "auch in diesem Bereichszeitraum die Führungen behindert" habe.

Im Übrigen zog Achim Walther auf der Jahreshauptversammlung in Hötensleben ein durchweg positives Fazit für den Grenzdenkmalverein, dem bundesweit 62 Mitglieder angehören: "Bei 51 angemeldeten Führungen wurden insgesamt 1435 Personen eingewiesen, darunter zahlreiche Schulklassen auch aus dem Ausland. Hinzu kommen naturgemäß etliche Besucher, die sporadisch und unangemeldet vorbeischauen." Besonders groß sei das Gästeaufkommen zum Tag der Deutschen Einheit gewesen.

Ein Extralob richtete Walther an das 16. Workcamp, dessen Teilnehmer im Sommer "wieder Dinge erledigt haben, zu denen der Verein allein nicht in der Lage gewesen wäre". Die Einrichtung des Geocachingsystems wie auch die Übersetzung der 19 Info- tafeln auf dem Denkmalgelände mit der Verknüpfung der QR-Codes seien wunderbare neue Errungenschaften für die Zukunft. Außerdem haben die Workcamper am Schützenplatz mehrere Ruhebänke aufgestellt. "Solche waren gerade von älteren Besuchern oft vermisst worden", sagte Walther.

Für allgemeine Aufgaben und gezielte Projektarbeiten seien dem Verein die Stasi- unterlagenbehörde Sachsen-Anhalt sowie die Landesstiftung Gedenkstätten als Träger der für das Grenzdenkmal verantwortlichen Gedenkstätte Marienborn "abermals verlässliche Partner" gewesen. "Vielen Dank für die fruchtbare Zusammenarbeit", so Walther. Er hob in diesem Zusammenhang auch die "nicht minder dankenswerte Unterstützung einzelner Spender" hervor. Von Unternehmen, Vereinigungen, Privatpersonen und Besuchern haben Spenden über rund 1000 Euro den Verein erreicht.

Der Vorstand um Achim Walther wurde von den Mitgliedern im Rahmen der turnusgemäßen Neuwahl komplett bestätigt und um ein neues Mitglied erweitert. Neben René Müller (Stellvertreter), Rosi Grzymbowski (Schatzmeisterin), Dieter Buchwald (Schriftführer) und Achim Mehnert (Beisitzer) verstärkt fortan Jan Prüße als zweiter Beisitzer das Führungsgremium.