Ein nicht alltäglicher Kraneinsatz war am Dienstag an der Brumbyer St.-Petri-Kirche zu verfolgen. Kugeln auf dem Kirchturmdach waren nach einem Sturm im vergangenen Dezember reparaturbedürftig.

Brumby l Ein Sturm im Dezember hatte eine der beiden Kugeln von der Kirchturmspitze herabgeworfen. Nun galt es, die Befestigung zu begutachten und die Montage der überholten Kugel vorzubereiten. Zur Beseitigung der Sturmschäden waren Werner Jänecke von einer Schönebecker Baufirma und der für Reparatur und Befestigung der Kugel zuständige Spenglermeister Christian Meussling aus Gnadau angereist.

Gleichzeitig wurde ein großer Kran mit einem bis zu 75 Meter ausfahrbaren Ausleger in der Straße "Am Kantorberg" von einer Hohendodeleber Firma postiert. Eine Einrüstung des Turmes wäre teurer geworden. Kranfahrer Steffen Aulich fuhr den Ausleger auf 65 Meter aus und erklärte: "So kann er noch 2,6 Tonnen tragen." Die beiden Monteure ließen sich in einer Kabine 34 Meter an die Turmspitze hoch ziehen. Oben stellten sie fest, dass auch die zweite Kugel mit der Wetterfahne reparaturbedürftig war, denn der nächste Sturm kommt bestimmt.

Erhard Pierau (67), ein Brumbyer, der die Aktion beobachtete, weiß: "Die Kirchturmspitze mit den vier seitlichen Türmchen wurde 1900 an die Stelle eines bis dahin vorhandenen einfachen Holzdaches gesetzt." Die insgesamt sechs Kugeln seien in dieser Zeit ebenfalls montiert worden. Es werde erzählt, dass im Zweiten Weltkrieg Soldaten den damaligen Kirchendiener Otto Hädicke auf dem Turm beschossen und dabei auch die Kugeln getroffen und beschädigt hätten. 1975 wurde die Turmspitze nochmals restauriert und die Schusslöcher zugelötet. Aus dieser Zeit stammt auch die Wetterfahne.

Nun werden die beiden Kugeln repariert. Aus Denkmalschutzgründen werden es keine neuen. In etwa drei Wochen sollen sie wieder und sturmfest befestigt sein.

   

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