Die Tür zum ehemaligen Löschteich in der Siedlung Zwölf Apostel ist jetzt fest verschlossen. Dafür hat das Oschersleber Ordnungsamt gesorgt. Für umfangreiche Sicherungsmaßnahmen hat die Stadt dem Grundstückseigentümer jetzt bis Mitte April Zeit gegeben.

Oschersleben l Die Bewohner der Siedlung Zwölf Apostel gucken schon etwas fröhlicher in die Welt als vor wenigen Tagen. Am Dienstag war ihnen noch die Angst sehr deutlich anzusehen, die ihnen der frühere Löschteich in ihrer Siedlung bereitet, vor allem die marode Umzäunung nebst defekter und aus den Angeln gehobener Tür. Da aber das Oschersleber Ordnungsamt umgehend auf die in der Volksstimme geäußerte Kritik der Zwölf-Apostel-Bewohner reagiert und erste Sicherungsmaßnahmen vorgenommen hat, sind die Siedler schon ein wenig beruhigter.

"Gerd Ludwig war sofort hier und hat sich den Löschteich-Zaun ganz genau ringsum angesehen, dafür möchte ich mich bedanken", sagt Christa Salditt, die gleich neben dem Teich wohnt und dieses Gewässer mit besonders großem Argwohn betrachtet. Ist doch im Jahr 1965 ihr damals vierjähriger Sohn Volker in diesem Teich ertrunken. Und zwar am 2. Januar, als das Eis zu dünn war, um es zu betreten. "Auch damals war die Umzäunung nicht in Ordnung", sagt Christa Salditt, die Zeit ihres Lebens an dieses Unglück denken und ab und an ganz intensiv daran erinnert werde.

So zum Beispiel vor gut einem Jahr, als ein siebenjähriger Junge in einem Teich in Andersleben ertrunken ist. "Das war für mich wieder eine ganz schlimme Zeit. Und ich war dann sehr froh, dass ein Bewohner unserer Siedlung im Oschersleber Rathaus sofort auf den schlechten Zustand der Umzäunung unseres Löschteiches hingewiesen hat", sagt Christa Salditt, die danach auch selbst immer wieder Begegnungen mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung genutzt hat, um auf das Problem hinzuweisen. "Doch als ich nun in der Volksstimme die Aussage der Stadtverwaltung gelesen habe, dass nach dem Unglück in Andersleben alle Gewässer überprüft und gesichert worden seien, ich aber die kaputte Umzäunung unseren Löschteiches täglich vor Augen hatte, hat mich das wieder sehr mitgenommen", wie Christa Salditt sagt und ihren Zwölf-Apostel-Nachbarn Sandor Hühn sofort unterstützt hat, als der sich an die Volksstimme wenden wollte, um mit Nachdruck auf das Problem aufmerksam zu machen.

Und als Gerd Ludwig einen Tag nach seiner ersten Inspektion gleich ein zweites Mal angefahren kam, um mit einem weiteren Stadt-Mitarbeiter die defekte Löschteich-Tür zu schließen und einige Schlupflöcher zu stopfen, hat sich Christa Salditt gefreut, ist optimistisch geworden und geht nun davon aus, dass in absehbarer Zeit der Teich "richtig" gesichert wird.

"Denn was jetzt passiert ist, kann nur ein erster Schritt sein", wie Sandor Hühn sagt, der sich allerdings schon von diesem ersten Einsatz etwas mehr versprochen hat. "Die Tür ist zwar mit Draht verschlossen worden, aber es gibt noch Schlupflöcher, durch die abenteuerlustige Kinder auf das Teich-Gelände krabbeln können", so Hühn.

"Wir sind mit dem Grundstückseigentümer in Verbindung und haben ihm bis Mitte April Zeit gegeben, das Problem zu lösen. Was er uns auch zugesichert hat", sagt Ordnungsamtsleiter Gerd Ludwig, der am liebsten sehen würde, dass der Eigentümer einen ganz neuen Zaun baut oder den ehemaligen Löschteich zuschüttet.