Mehrere Vertreter aus dem Landkreis Börde waren beim Treffen der Interessengemeinschaft "Optische Telegrafie" in Grabow. Sie haben die wiederaufgebauten Telegrafenstationen Neuwegersleben und Ampfurth sowie die Telegrafenturm-Attrappe Oschersleben vertreten.

LandkreisBörde l Das diesjährige "Telegrafistentreffen" verschlug die Vertreter der Interessengemeinschaft "Optische Telegrafie" von Standorten der einstigen Königlich-Preußischen Telegrafenlinie im Bereich Sachsen-Anhalt in den geschichtsträchtigen Ort Grabow. Mit von der Partie waren "Telegrafisten" aus Neuwegersleben, Ampfurth und Oschersleben.

Die Telegrafenlinie diente dem preußischen Militär in den Jahren 1833 bis 1849 über eine Entfernung von fast 600Kilometern und 62 Stationen zur Übermittlung von Nachrichten, die mittels Signalflügeln von Station zu Station weitergegeben wurden.

Torsten Wambach, Sprecher der Gruppe und Vertreter der Station Nummer 11 in Ziegelsdorf bei Grabow, lud zum diesjährigen Treffen in die historische Burg des Ortes ein. Bereits zum dritten Mal in Folge trafen sich die Männer und Frauen, um Vergangenes Revue passieren zu lassen, Veranstaltungen und Höhepunkte auszuwerten und neue Ideen sowie Vorschläge für die weitere Planung aufzugreifen.

Die Telegrafenlinie umfasst im Bereich Sachsen-Anhalt insgesamt zehn Stationen, die sich, angefangen mit der Station 11 im Jerichower Land über den Landkreis Börde bis zur Station 20 bei Veltheim im Landkreis Harz erstrecken. Beim diesjährigen Treffen begrüßte Torsten Wambach neben Vertretern der Stationen 11, 12, 13, 14, 16, 18, 19 und 20 auch den Leiter des Technikmuseums Magdeburg, Gerhard Unger, sowie Klaus Schmeißer vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club Magdeburg.

Wie Torsten Wambach in seinem Rückblick mitteilte, war das Telegrafenjahr 2013 von zwei ganz besonderen Höhepunkten geprägt. Zum einen stand das 180-jährige Bestehen der Telegrafenlinie auf dem Programm und zum anderen wurde in der Station Nummer 16 in Ampfurth der Treppenaufstieg zur einstigen Telegrafenstube im oberen Turmzimmer und die Telegrafenstube selber der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht und eingeweiht.

"Ebenso erfolgreich beteiligten wir uns mit einem Stand und Wagen am Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern."

"Ebenso erfolgreich beteiligten wir uns mit einem Stand und Wagen am Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern", berichtete Torsten Wambach weiter. Zum Tag der Regionen in Oschersleben präsentierten sich zudem Vertreter der Stationen aus Neuwegersleben, Oschersleben und Ampfurth.

"Wir haben zusammen schon eine ganze Menge erreicht."

"Wir haben zusammen schon eine Menge erreicht", lobte Wambach und verwies auf zahlreiche weitere Aktionen, die insbesondere jungen Menschen, aber auch interessierten Bürgern aus allen Bundesländern den Weg in die damalige Art und Weise der Nachrichtenübermittlung weisen soll. Hierfür nutzen die Mitglieder der Interessengemeinschaft allerdings weitaus modernere Möglichkeiten, denn Aufklärung und Informationen im Rahmen von Internetauftritten sind in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken.

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte Torsten Wambach als gemeinsames Projekt der Interessengemeinschaft einen ersten Flyerentwurf, der alle Stationen in Sachsen-Anhalt mit seinen Standorten und weiteren Informationen für die Öffentlichkeit darstellen soll.

Informationen über den Stand zur Beschilderung des geplanten Telegrafenradweges erfuhren die Mitglieder von Klaus Schmeißer. "Auch hier sind wir schon ein großes Stück voran gekommen", berichtete Schmeißer und verwies auf erste Beschilderungen im Bördekreis.

Für das Jahr 2014 ist die Beteiligung am Sachsen-Anhalt-Tag mit einem eigenen Stand sowie die Präsentation im großen Festumzug in Wernigerode geplant und die erneute Mitwirkung am Tag der Regionen in Oschersleben.

Im Rahmen der Zusammenkunft regte Torsten Wambach die Gründung eines Vereines an. Die gemeinsamen Interessen, ein intensiver Austausch sowie Nachhaltigkeit und die Verteilung der Arbeit auf mehreren Schultern seien wichtige Kriterien für die weitere Zusammenarbeit. Hier waren sich die anwesenden Vertreter der Interessengemeinschaft noch nicht einig. Es gab sowohl Zustimmung als auch Ablehnung. Die Entscheidung wurde auf die nächste Zusammenkunft im Juni vertagt.