Neben der Sparkassen-Immobilie in Klein Wanzleben steht nun auch das große, zentral gelegene Geschäftsstellengebäude in Seehausen zum Verkauf. Sollte sich ein Interessent finden, plant die Bank einen kleineren Neubau oder eine Anmietung. Ein Rückzug aus der Bördegemeinde stehe nicht zur Debatte, versicherte ein Unternehmenssprecher.

Seehausen l Das Sparkassengebäude in Seehausen steht zum Verkauf. Das von der damaligen Kreissparkasse Wanzleben 1991 als große Geschäftsstelle mit mehreren Abteilungen geplante und erbaute Objekt wird seit Dezember im Internet vermarktet.

Nach zwei Sparkassen-Fusionen arbeiten aktuell nur noch drei Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Laut Marco Reichel, Leiter des Vorstandssekretariats, habe es bereits erste Interessentengespräche gegeben. Ein konkretes Kaufangebot liege aber noch nicht vor. Der Kaufpreis sei Verhandlungssache, "der von mehreren Faktoren, wie einer möglichen Übernahme der Einbauten und des Mobiliars oder einer möglichen Teileigennutzung, abhängt", erklärt der Sparkassen-Sprecher

Mit einer Wohnfläche von rund 564 Quadratmetern gehört das im Zentrum der Gemeinde gelegene Objekt wohl mit Abstand zu den eher größeren Kauf-Angeboten, die es derzeit auf dem Immobilienmarkt gibt. "Zentral gelegen eignet sich das Haus als Arztpraxis oder Büroeinheit für Steuerberater oder Rechstanwälte", erklärt Unternehmenssprecher Marco Reichel. Eine kombinierte Nutzung als Büro-und Wohngebäude sei ebenfalls denkbar. Die Gesamtfläche wird mit 826 Quadratmetern angegeben.

"Wenn wir beim Verkauf Erfolg haben, gibt es für die Seehäuser Filiale zwei Überlegungen. Entweder gibt es einen kleineren Neubau oder eine Einmietung in Fremdräume. Die Entscheidung, welche Variante in Frage kommt, steht noch aus. Bezüglich des Aus- und Umzuges ist ein nahtloser Übergang am Standort geplant. Eine Filiale der Kreissparkasse Börde wird weiterhin in Seehausen vertreten sein", betont er. Ein Rückzug stehe nicht zur Debatte. Bei dem vom Unternehmen in Auftrag gegebenen Demografie-Projekt, bei dem die gesamte Standortstruktur 18 Monate lang auf den Prüfstand gestellt worden war, sei die Immobilie am Seehäuser Markt in punkto Anforderung und Nutzen als unwirtschaftlich eingestuft worden, erläutert Marco Reichel die Ende 2013 getroffene unternehmerische Entscheidung, die Immobilie veräußern zu wollen. Mit einer Neuausrichtung ihres Geschäftsstellennetzes reagiert die Kreissparkasse Börde auf veränderte Kundenbedürfnisse und die absehbare demographische Entwicklung im Landkreis. In den vergangenen 13Jahren hat der Landkreis Börde rund 22000 Einwohner verloren. Die Prognosen gehen von einem weiteren Bevölkerungsrückgang aus.

"Die Geschäftsstelle Seehausen ist gemessen an den heutigen Anforderungen deutlich zu groß. Aus diesem Grund wurde beschlossen, die Immobilie ,ohne Druck` zu vermarkten. Die Kreissparkasse Börde will sich in Seehausen lediglich räumlich verändern", unterstrich Reichel.

Für die in Klein Wanzleben ebenfalls seit dem Vorjahr zum Verkauf stehenden 122 Quadratmeter großen Immobilie seien ebenfalls schon einige Interessentengespräche geführt worden. Konkrete Ergebnisse gebe es aber auch hier noch nicht, hieß es gestern.

Im Vorjahr waren am 1.Oktober 8 von aktuell 34 Sparkassen-Geschäftsstellen im Landkreis geschlossen worden. In der Stadt Wanzleben - Börde waren davon zwei Filialen betroffen. In Hohendodeleben wurde bei einem ortsansässigen Gewerbetreibenden eine Bargeldagentur eingerichtet, im Anbau der Klein Wanzleber Immobilie steht seither ein Bargeldautomat. Der Anbau war hier nach der Automatensprengung im April 2009 für 100000 Euro barrierefrei neu hochgezogen worden. "Der Schaden wurde von der Versicherung reguliert", merkt Reichel an. Das Objekt im Zuckerdorf steht seit Oktober als "Haus mit Geschichte" für 179000 Euro zum Verkauf. "Unser Ziel ist es, den SB-Standort auch nach einer Veräußerung dort zu erhalten."

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