Was bei anderen der "Girls´ Day" ist, nennt der TAV Zukunftstag. Aus diesem Anlass waren am Donnerstag 17 Jugendliche zu Gast beim Trink- und Abwasserverband Börde in Oschersleben und ließen sich fast einen ganzen Tag lang die Abläufe im Unternehmen erläutern.

Oschersleben l Annette Wisweh, Personalchefin beim Trink- und Abwasserverband Börde (TAV), begrüßte am Donnerstagmorgen 17 Schüler im Verwaltungsgebäude in Oschersleben. Die Mädchen und Jungen folgten damit einer Einladung im Rahmen des sogenannten Zukunftstages, um sich mit den Abläufen und Berufsfeldern im Unternehmen vertraut zu machen.

Als erstes wurde den Sekundarschülern und Gymnasiasten der Verband mit seinen Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt. Anschließend erklärten Mitarbeiterinnen ihren Arbeitsalltag im Büro. Auch das moderne Abrechnungswesen wurde vorgestellt.

Danach besuchten die Siebent-, Acht- und Neuntklässler das große Klärwerk im Osten der Stadt. Hier konnten sich die Schüler Einblicke in die Funktionen der Anlage verschaffen. Zur Seite standen ihnen hierbei gestandene TAV-Mitarbeiter, die einst den Beruf des Anlagenmechanikers erlernten oder zur Fachkraft für Abwassertechnik ausgebildet wurden.

"Das sind genau jene Berufe, die bei uns erlernt werden können", erklärte Annette Wisweh. Seit mehreren Jahren schon ist sie verantwortlich für die Zukunftstage beim TAV und damit auch für die Suche nach geeigenten Auszubildenden. "In einem Klärwerk zu arbeiten gilt ja unter den Jugendlichen heutzutage als `uncool`. Die Zahl der Bewerber hält sich daher in Grenzen", weiß Wisweh. Doch echte Nachwuchssorgen gebe es derzeit nicht. Jedes Jahr versende sie Einladungen an Schulen in Oschersleben und der Region, während des Zukunftstages das Unternhemen zu besuchen. "In diesem Jahr musste ich sogar 15 Interessenten absagen", staunte die Personalchefin. Und sie betonte außerdem, dass die Organisation des Zukunftstages seit jeher die Azubis beim TAV übernehmen. Von denen gebe es derzeit fünf im Unternehmen.

Nach der Besichtigung des Klärwerkes nahm Kollege Mike Grzeskowiak die Schüler mit in die Schaltwarte. An einer Wand leuchteten und blinkten Lampen in verschiedenen Farben. "Wenn es irgendwo rot aufleuchtet, ist etwas defekt und wir können das von hier aus orten. Dann müssen unsere Leute ausrücken und der Störung auf den Grund gehen", erklärte der TAV-Mitarbeiter.

Anschließend stellte Björn Müller seinen großen, orangefarbenen Spül- und Saugwagen vor - nicht ganz ohne Stolz. "Den haben wir erst im vergangenen Jahr für mehrere hunderttausend Euro angeschafft", sagte Müller und erklärte die vielen Funktionen an dem Lkw. Vor allem werde die Maschine mit den Pumpen und Schläuchen eingesetzt, wenn Wasserrohre gespült werden müssen oder gar verstopft sind.

Mit einem Besuch im Labor und interessanten Experimenten endete schließlich ein interessanter Tag mit vielen Informationen rund ums Wasser.

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