Mehrheitlich hat der Sülzetal-Gemeinderat beschlossen, das Thema Windräder nicht weiter zu verfolgen und sich auch in Zukunft nicht einmal die Option für "Windmühlen" im Gemeindegebiet offen zu halten.

Sülzetal l Man könne zu Windrädern stehen, wie man will, aber sie seien eben für Kommunen, die sie in ihrem Gemeindegebiet haben aufstellen lassen, eine wichtige Einnahmequelle. Mit diesem Argument hatte nicht zuletzt Finanzausschussvorsitzender und Mitglied der Fraktion "Mitte", Axel Spengler (FDP) versucht, den Gemeinderat für die Windräder zu "begeistern". Der Landwirt sei selbst lange ein Gegner der Windmühlen gewesen, sehe aber sprudelnde Einnahmen in umliegenden Kommunen.

Die Beschlussvorlage "Untersuchung der Option zur Windenergienutzung in der Gemeinde Sülzetal sichern" hatten die Gemeinderatsfraktionen Mitte und CDU gemeinsam vor allem unter dem Gesichtspunkt eingebracht, dass sich das Sülzetal überhaupt erst einmal nur die Möglichkeit offenhält, irgendwann, als Zukunftsoption für folgende Generationen, Windräder in der Gemeinde Sülzetal zu errichten. Die Regionale Planungsgemeinschaft müsste darüber informiert werden und künftige Planungen entsprechend für das Sülzetal berücksichtigen. "Dieser Beschluss soll nachfolgenden Räten die Option schaffen, irgendwann Windräder zu errichten. Wir sind hier schließlich nur auf Zeit gewählt", so Axel Spengler in der Gemeinderatssitzung, in welcher ausführlich das Für und Wider diskutiert wurde. Zugleich wurde deutlich gemacht, niemand wolle riesige Windparks errichten. Doch das Sülzetal sei eben von zahlreichen Windrädern "umzingelt". Wenn dort einige Anlagen hinzukämen, würde dies keine großen Auswirkungen mehr auf das Landschaftsbild haben.

Der Altenweddinger Jens Hempel hatte sich eigens in Vorbereitung der Gemeinderatssitzung auf den Kirchturm seines Heimatortes begeben und die Windräder, die rund um das Sülzetal stehen, gezählt. Auf immerhin rund 200 Stück sei er gekommen. "Das reicht", meinte er in der Ratssitzung. Das Blinken rundherum würde ihn an eine Großdisko erinnern. "Mein Vorredner hat mir aus der Seele gesprochen. Ich möchte hier noch an die Natur und an den Umweltschutz erinnern", machte der Stemmeraner Eckart Röseler deutlich (CDU).

"Der Ortschaftsrat Altenweddingen hat sich gegen die Windräder ausgesprochen. Wir sehen vor allem die enorme Bodenversiegelung kritisch. Hier wird Lobbyarbeit mit großen finanziellen Versprechungen geleistet. Doch ist es fraglich, ob die Gelder dann überhaupt so kommen", so Altenweddingens Ortsbürgermeister Friedrich Rabe (Die Linke).

Dietrich Ebering (CDU) argumentierte dagegen, dass mit den Einnahmen mehr Gelder für Objekte und Vereine zweckgebunden zur Verfügung stehen würden. "Wir machen hier den dritten Schritt vor dem ersten. Wir sind noch lange nicht so weit, dass hier jemals ein Windrad errichtet wird", so der Bahrendorfer.

Der Beschlussentwurf wurde mehrheitlich abgelehnt.