Arnold Haßkerl, Vorsitzender der Jägerschaft Wanzleben zog auf der Vollversammlung in Altenweddingen eine erfolgreiche Bilanz. Mahnte aber zugleich an, dass jüngere Leute an die Arbeit im Vorstand herangeführt werden müssen.

Altenweddingen l Zur Jägerschaft Wanzleben gehören mit 169 Jägern und drei Jägerinnen insgesamt 172 Mitglieder. Mit dem gerade begonnenen neuen Jagdjahr kamen sechs neue Mitglieder hinzu. "Allerdings haben aber auch Weidmänner aus Alters- und Gesundheitsgründen sowie durch Tod die Jägerschaft verlassen. Trotz der Neuzugänge liegt das Durchschnittsalter immer noch bei 58 Jahren. Wir müssen weiter die Werbetrommel für Jungjäger rühren", begann der Vorsitzende der Jägerschaft Wanzleben, Arnold Haßkerl seinen Rechenschaftsbericht.

Jäger zu werden oder zu sein, bedeute mehr, als in vier Wochen einen Lehrgang zu machen, die Prüfung zu bestehen, Waffe zu kaufen und Strecke zu machen. "Nein, der künftige Jungjäger sollte schon mal beim Bäumepflanzen, beim Hochsitzbau, bei der Winterfütterung, bei der Raubwildbejagung, bei der Säuberung der Hecken und Gräben dabei gewesen sein. Denn wenn der zukünftige Jungjäger auch an diesen genannten Tätigkeiten Freude und Interesse empfindet, können wir davon ausgehen, dass er das Ansehen, den eigentlichen Sinn und die Aufgaben der Jagd auch in der Öffentlichkeit vertritt", so der Vorsitzende. Der in diesem Zusammenhang ein weiteres, schon oft diskutiertes Problem ansprach: Die notwendige Verjüngung des Vorstandes. Im Jahr 2012 war der alte Vorstand noch einmal für vier weitere Jahre gewählt worden. Zwei Jahre sind schon rum.

Funktionen im Vorstand2016 neu besetzen

"Jetzt kann ich mit Freude berichten, dass sich die vier Mitglieder unserer Jägerschaft Ingo Ahrendt, Daniel Schwenk, Heiko Moldenhauer und Rüdiger Klemme bereit erklärt haben, im Vorstand mitzuarbeiten. Diese jungen Obleute sollen Sachgebiete wie Öffentlichkeitsarbeit, Brauchtum und das jagdliche Schießen betreuen und zugleich an die übrige Vorstandsarbeit herangeführt werden. Dennoch bitte ich euch weiterhin um eine aktive Unterstützung, um jüngere Mitglieder der Jägerschaft für die Mitarbeit im Vorstand zu gewinnen. Eins steht definitiv fest: Im Jagdjahr 2016 müssen die Funktionen des Vorsitzenden, des Schatzmeisters und des 1. Stellvertreters neu besetzt werden", findet Arnold Haßkerl deutliche Worte.

Im Bereich der Jägerschaft Wanzleben gibt es 28 gemeinschaftliche Jagdbezirke, sechs Eigenjagdbezirke und ein Forstrevier als Eigenjagd des Kreises. "Wie viele Eigenjagdbezirke entstehen in den nächsten Jahren durch die zur Zeit laufenden Flurneuordnungsverfahren und durch die immer häufiger werdenden Acker- und Waldverkäufe? Durch die BVVG und ihre unverantwortliche Preispolitik wird es noch soweit kommen, dass kein einheimischer Landwirt, kein einheimischer Waldbesitzer oder sonstiger Grundstücksbesitzer es sich erlauben kann, einen Hektar Ackerland für 27000 Euro und mehr zu erwerben", kritisierte der Vorsitzende.

Nach der vorliegenden aktuellen Jagdhundeerfassung führen die Mitglieder Jagdhunde der verschiedensten Rassen in den Jagdbezirken der Kreisjägerschaft. Jeder Jagdbezirk müsse mindestens über einen leistungsgeprüften Jagdhund verfügen. Es bestehe nach wie vor die gesetzliche Verpflichtung, leistungsgeprüfte Jagdhunde bei den entsprechenden Jagdarten mitzuführen und einzusetzen. Insgesamt konnte Arnold Haßkerl feststellen, dass die Öffentlichkeit dem Wirken der Jäger positiv gegenüber stehe. Allerdings müsse durch gesetzeskonformes Handels in der Öffentlichkeit dafür gesorgt werden, dass das gute Ansehen als Jäger nicht geschädigt werde. Aber niemand könne es den Jägern verübeln, wenn sie Verstöße beispielsweise bei illegaler Müll- oder Unratablagerung zur Anzeige bringen.

Aktionen in Schulen und für den Naturschutz

Besondere Aufmerksamkeit müsse weiterhin auf die Wilddieberei und Sachbeschädigungen an jagdlichen Einrichtungen gelegt werden. "Nehmt euch die Zeit, überprüft die Sprossen, Leitern und Holme, um keine bösen Überraschungen zu erleben", warnte Arnold Haßkerl. In seinem Jahresbericht konnte er zudem über Neu- und Ersatzpflanzungen von Bäumen und Sträuchern mit Schulklassen und anderen Naturschutzhelfern gemeinsam mit den Pächtergemeinschaften und Landwirten berichten. Die Jägerschaft gestaltete Schulunterricht mit, stellte Material vom Deutschen Jagdverband zur Verfügung. Unter dem Motto: "Lernort Natur" wurden Wanderungen mit Schulklassen und auch Heimatvereinen in verschiedenen Orten veranstaltet. Hecken und Wege seien von Unrat und Gerümpel befreit worden. Zu den zahlreichen Aktionen der Jägerschaft Wanzleben gehöre auch das Aussetzen von Fasanen, Anlegen von Wildäckern und Blühstreifen mit Unterstützung der Landwirte. Um das Beschaffen und Anbringen von Wildwarnreflektoren an ausgesuchten Straßen nicht zu vergessen. Diese Aktion erziele gute Ergebnisse.