Mit einem Riesenandrang haben die Veranstalter des DRK bei der Blutspende am Ostersonnabend in Wanzleben nicht gerechnet. Doch am Ende konnte sich das Ergebnis mit 71 Spendern durchaus sehen lassen.

Wanzleben l Eine Wochenend- und speziell Osterblutspende verursacht, wenn alles richtig organisiert ist, nicht mehr Aufwand als eine Blutspende nachmittags in der Woche. Das zumindest meinte Sabine Tacke, beim DRK-Kreisverband Wanzleben verantwortlich für die Blutspenden. "Eingekauft für den Imbiss wird dann schon am Tag zuvor oder wie in Wanzleben am Gründonnerstag", sagte sie. Fleißige Helfer, zumeist ehrenamtlich, die sich um die Versorgung und das Wohl der freiwilligen Blutspender kümmerten, standen auch in großer Zahl parat.

Und doch hatte Stephan Dill als Vorsitzender des Wanzleber DRK-Ortsvereins im Vorfeld der Blutspende am Ostersonnabend im DRK-Kinder- und Jugendzentrum "Tenne" ein bisschen Bauchschmerzen. Aufgrund von Osterurlaub, Einkäufen oder anderen Vorbereitungen für die Feiertage würden wohl, so vermutete er, einige Stammspender der Blutspende diesmal fernbleiben und die Zahl der Spender an diesem Tag nicht besonders hoch ausfallen. Erst im vergangenen Jahr im Sommer hatten die Verantwortlichen erstmals in Wanzleben an einem Sonnabend einen Blutspendetermin angeboten. Da die Resonanz damals gut war, war das nun der zweite Versuch. "Da im Sommer keiner der Termine mehr frei war, mussten wir nach vorn ausweichen", erklärte Sabine Tacke, die am Ende des vierstündigen Blutspendetermins sehr zufrieden war.

Hochrechnung nach einer Stunde sprach für Spitzenwert

Denn die Spender zeigten sich sehr flexibel - von wegen Ostervorbereitungsstress. Schon in der ersten Stunde zwischen 10 und 11 Uhr wurden allein 27 Spendewillige von Sabine Tacke und Heike Felder, ebenfalls bei DRK-Kreisverband für die Blutspenden verantwortlich, an der Anmeldung registriert. Vorsichtige Hochrechnungen auf vier Stunden ergaben ein gigantisches Ergebnis von 108. Doch die Verantwortlichen wussten von anderen Blutspenden, dass der Besucherandrang nicht über vier Stunden konstant bleiben würde. Und doch gab es zwischendurch immer wieder Hochzeiten - so meldeten sich auch einmal zwischendurch neun Blutspender in neun Minuten an. Letztlich waren es 71 Spender in vier Stunden, darunter drei Erstspender. "Alles über 70 ist gut", fasste Sabine Tacke zusammen.

Schon am Gründonnerstag konnte sie auch bei der Blutspende im Zuckerdorf Klein Wanzleben mit 44 Blutspendern ein sehr gutes Ergebnis verzeichnen. Und das, obwohl sich auch hier schon einige zuvor wegen Urlaubs abgemeldet hatten.

"Ich bin begeistert, dass die Wanzleber trotz der Ostervorbereitungen den Weg hierher gefunden haben", kommentierte auch Stephan Dill das Wanzleber Ergebnis. Dass er mit seiner anfänglichen Vermutung, dass weniger zur Spende kommen, nicht allein stand, bestätigte auch Spender Detlef Böhm: "Der Termin ist vielleicht nicht so günstig, viele wollen wegfahren und andere finden vielleicht auch die Abend-Termine besser." Renate Felke, die ebenfalls unter den Blutspendern war, ging einfach von sich aus. Ihr habe der Termin gut gepasst.

Zeitlich eingerichtet hat es auch Christin Bedau. Sie lag inzwischen zum dritten Mal auf der Pritsche, um einen halben Liter ihres Lebenssaftes abzugeben, um im Ernstfall Verletzten und Kranken zu helfen. Als 2011 der DRK-Kreisverband die Aktion "Mein Herzblut für meinen Verein" ausrief, war auch Christin Bedau dabei. "Blut wird doch gebraucht. Ich wäre ja schon früher hingegangen, aber da war ich noch keine 18", fügte sie hinzu. Inzwischen habe sie sich aber auch als Knochenmarkspender registrieren lassen.

Nach dem 18. Geburtstag darf Blut gespendet werden

18 Jahre ist das Mindestalter, das Blutspender erreicht haben müssen. Susanne Konczalla, die neben Christin Bedau auf der Liege lag, um sich "anzapfen" zu lassen, hat das nun erreicht. Sie war am Ostersonnabend eine von den drei Erstspendern bei der Wanzleber Blutspende. Geduldig füllte sie zunächst den Fragebogen aus, ging dann zum Labor, um unter anderen den Blutfarbstoff kontrollieren und die Temperatur messen zu lassen. Doch das letzte Wort, ob gespendet werden darf oder nicht, hatte auch bei Susanne Konczalla der Arzt. Es waren keine 500 Milliliter, die letztlich aus ihrem Arm flossen, sondern nur ein paar Röhrchen. Aber der Anfang ist gemacht.

Das Angebot für eine kleine Stärkung gab es für sie trotzdem wie für jeden anderen Spender auch. Zahlreiche Ehrenamtliche des Ortsvereins hatten einen leckeren Imbiss vorbereitet. Und weil Ostern war, konnte sich jeder Spender noch über einen kleinen Schokoladenosterhasen freuen.

Sabine Tacke konnte nach dem Termin zusammenfassen: "Bisher lagen wir bei allen Blutspendeterminen in diesem Jahr bei der Zahl der Spender im Schnitt wie sonst auch." Der nächste Termin in den Ortsteilen der Stadt Wanzleben - Börde ist die Blutspende am 9.Mai in Domersleben. An dem Freitag kann dann zwischen 17 und 19.30 Uhr im Kulturhaus gespendet werden. Im Vereinshaus "Zur Sonne" in Seehausen wird am Mittwoch, 28. Mai, von 16 bis 19.30 Uhr zum Aderlass gebeten.

Die restlichen drei der insgesamt fünf Termine in Wanzleben sind für den 18. Juni, 27.August und 12. November - wie gewohnt immer an einem Mittwoch - vorgesehen.

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