Der "Feldmann", das regionale Eisenbahnmuseum am Hadmersleber Bahnhof, hat längst seinen Winterschlaf beendet. Wenn am 10. und 11. Mai das etwas andere Museum wieder seine Pforten öffnet, gibt es auch eine Sonderausstellung zum Thema "100 Jahre 1. Weltkrieg".

KleinOschersleben l Es hat sich längst herumgesprochen, dass im "Feldmann", dem regionalen Eisenbahnmuseum am Bahnhof Hadmersleben, nicht nur eingefleischte Eisenbahnfans auf ihre Kosten kommen. Schon seit Jahren hat es sich bewährt, die Räumlichkeiten der auch für Ausstellungen mit regionalem Bezug zu nutzen. So haben sich beispielsweise Klein Oschersleber Vereine präsentiert, Ausstellungen handelten von alten Gebäuden im Ort oder es ging um die Geschichte der Eisenbahnstrecke Halberstadt-Magdeburg.

"Wir wollen zeigen, wie die Menschen in unserer Region in dieser Zeit gelebt haben."

Vereinschef Erhard Horn

In diesem Jahr haben sich die Vereinsmitglieder, allen voran Marion Römmer, mit dem 1. Weltkrieg beschäftigt, dessen Beginn sich in den kommenden Monaten das 100. Mal jährt. Im Vorfeld waren die Bürger aus der Umgebung aufgerufen, zu Hause in Schränken und Schubladen nach Dingen aus dieser Zeit zu suchen. Wie Erhard Horn, Vorsitzender der Hadmersleber Eisenbahnfreunde, berichtet, hat es eine sehr positive Resonanz auf den Aufruf gegeben. "Wir werden in der Sonderausstellung keine Schlachten oder Kriegsschauplätze darstellen, sondern wir wollen zeigen, wie die Menschen in unserer Region in dieser Zeit gelebt haben. Wir haben Feldpostkarten aufgetrieben und auch Geschichten, die damit verbunden sind. Zum Teil kann ein Briefwechsel, der sich über den gesamten Krieg hinzog, verfolgt werden", erzählt Erhard Horn.

Dabei zeigt er auch Ausstellungsstücke, die beispielsweise die Hadmersleber Familie Kaufmann zur Ausstellung beigesteuert hat: Ein alter Tornister und sogar Soldatenstiefel aus jener Zeit. Auch ein alter Uniformmantel ist unter den Ausstellungsstücken.

"Um sich selbst einmal in die Zeit hineinzuversetzen, hat Frau Römmer sogar einen Kriegskuchen mit wenig Zutaten gebacken."

Marion Römmer habe während der Vorbereitung der Ausstellung einmal mehr die Archive und alte Zeitungen durchforstet und sich speziell mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Wie haben die Menschen damals gespart? Was kam auf den Tisch? "Um sich selbst einmal in die Zeit hineinzuversetzen, hat Frau Römmer sogar einen Kriegskuchen mit wenig Zutaten gebacken", weiß Horn.

Natürlich waren die Eisenbahnfreunde in ihrem ganz speziellem Bereich, dem Modellbau, in vergangenen Monaten auch nicht untätig. "Wir haben fleißig an der großen LGB-Anlage gewerkelt und gebaut. Dabei sind neue Szenen und Darstellungen rund um die Gleise entstanden. Hier bringen sich vor allem unsere Mitstreiter aus Holzminden ein", sagt der Eisenbahnfreund weiter. Und pünktlich bis zur ersten Öffnung des "Feldmanns" in diesem Jahr könne der Toilettenbau fertig gestellt werden. Schon mehrere Arbeitseinsätze habe es in diesem Jahr gegeben, um auch das Grundstück auf Vordermann zu bringen.

Das regionale Eisenbahnmuseum "Feldmann" ist am 10. und 11. Mai für Besucher geöffnet. Am Sonnabend sind die Besucher von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr willkommen. Die Sonderausstellung zum 1. Weltkrieg wird im Oktober und vielleicht schon zwischendurch im Sommer zu sehen sein.