Das erste Mal in diesem Jahr tummelten sich wieder Segelflugzeuge am Himmel über Oschersleben. Nach der technischen Abnahme vor wenigen Wochen saßen am vergangenen Sonnabend nun die Hobbypiloten des Fliegerclubs in den Cockpits der vereinseigenen Fluggeräte.

Oschersleben l Pünktlich um 10 Uhr schoben sich die Tore der Hangars im Westen Oscherslebens auf. Alle anwesenden Vereinsmitglieder des Fliegerclubs hielt es nur noch schwer am Boden: Sie wollten endlich wieder im Cockpit sitzen und ihre Runden über Oschersleben und die Börde drehen. Doch bis es endlich soweit war, gab es noch einiges zu tun.

"Leider hatten wir Ostwind. Also mussten wir an das entgegengesetzte Ende unseres Flugplatzareals, um gegen den Wind starten zu können und auch unsere Winde dementsprechende zu positionieren", erklärte der Vereins-Werkstattleiter Andreas Weiß.

Auch das doppelsitzige Flugzeug "Storch" wurde noch einmal durch den Vereinschef und Fluglehrer Heinz-Joachim Ladwig sowie den Lizenz-Piloten Dirk Spieler gecheckt. Alles war in Ordnung. Die vielen Baudienststunden im Winter hatten sich also gelohnt. Zudem waren ja alle Flugzeuge erst Ende März von einem Prüfer des Luftfahrtbundesamtes abgenommen und mit einem Prüfstempel besiegelt worden.

"Nur das Wetter machte uns dieses Mal ein wenig Sorgen", erklärte Weiß weiter. Demnach war die Sicht wegen der sehr feuchten Luftmassen nur bedingt gut. "Die Situation verschlechterte sich im Laufe des Tages deutlich. Außerdem wurden Gewitterwarnungen herausgegeben und Regen vorhergesagt. Vor dem Brocken stand zum Nachmittag eine riesige dunkle Schlechtwetterfront, ringsum türmten sich große Quellwolken, die sich schon zu imposanten Gewitterwolken entwickelten", ergänzte der Werkstattleiter. Doch gestartet werden konnte trotzdem.

Dafür sei das erste Mal die überholte Winde zum Einsatz gekommen, die die an einem langen Stahlseil hängenden Flugzeuge in die Luft katapultiert. "Unser Herzstück, von Marco Ladwig im Winter mit einigen Neuerungen versehen, arbeitet zuverlässig", zeigte sich Andreas Weiß zufrieden.

Dann stiegen die ersten Flugzeuge in die Luft. Im Checkflug wurden sie noch einmal an Grenzzustände geflogen und verhielten sich offenbar so, wie von den Piloten gewünscht. Damit stand nun den folgenden Ausbildungsflügen nichts mehr im Wege.

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dirk Spieler ließ es sich nicht nehmen, sogleich eine kleine Strecke zu fliegen. "Beeindruckend. Sicht schlecht - aber ringsum die dunklen Felder, gelben Rapsfelder. Einfach Klasse! Flughöhe zwischen 800 und 1000 Meter", gab er über den Funk durch.

Am Ende des ersten Flugtages waren Schüler und Fluglehrer zufrieden und begeistert. Der Vereinsvorsitzende Heinz-Joachim Ladwig verwies unterdessen auf den offiziellen Start der Saison, dem traditionellen Anfliegen am 1. Mai: "Interessenten sollten unbedingt einmal vorbeikommen und erleben, wieviel Spaß dieser Sport macht. Mitfliegen ist natürlich auch möglich."

Fliegerclub Oschersleben e. V., Hornhäuser Straße 46d, 39387 Oschersleben, Telefon: 03949/3024, Kosten für eine Pilotenlizenz: 1500 bis 2000 Euro, Dauer: rund eineinhalb Jahre

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