Wanzleben l Als die Pieper am Montagnachmittag um 16.50 Uhr die Wanzleber Feuerwehrleute zum Einsatz riefen, mussten die das Schlimmste befürchten. Das Einsatzstichwort lautete "Brand Burg Wanzleben". Schon sechs Minuten später kam das erste Feuerwehrfahrzeug auf dem Burghof an. Weißer Rauch, der aus einem Fenster des Hotels quoll, machte deutlich, was geschehen war. Oder besser, was angenommen wurde. Stadtwehrleiter Burkhard Wegner und einige Helfer hatten für eine Übung ein Szenario nachgestellt.

So gingen die Feuerwehrleute davon aus, dass im Hotel ein Brand ausgebrochen war. Obwohl die Hotelangestellten und die Gäste das Haus schon selbstständig verlassen hatten, wurden noch zwei Personen vermisst. Sie mussten im Hotel gefunden und gerettet werden. Da eine Person, die sich im Roten Saal befand, nicht verletzt war, konnte diese mithilfe von Leitern auf der Parkseite aus dem Gebäude geholt werden. Während der Rettung eines Verletzten, durch eine Puppe dargestellt, über den Flur und die Treppe brach ein Feuerwehrmann mit Atemschutzgerät plötzlich zusammen. Der sogenannte "Totmannwarner" von Christoph Nevermann piepte laut und wies die Kameraden darauf hin, dass hier Hilfe notwendig ist. Wie Burkhard Wegner hinterher aufklärte, war auch diese Aktion geplant.

Eher spontan wurde auch der Aufbau des Sprungkissens zur Rettung von Menschen aus großen Höhen in die Übung mit eingebaut. "Übungssprünge sind aber nicht erlaubt", erklärte der stellvertretende Ortswehrleiter der Wanzleber Feuerwehr, Patrick Streich.

Wenn es auch einige Kleinigkeiten zu bemängeln gab, so zeigte sich der Stadtwehrleiter nach der etwa einstündigen Übung sehr zufrieden. "Die Kameraden waren auch gut motiviert", sagte er.

Derartige Übungen an verschiedenen Schwerpunktobjekten werden regelmäßig in den Ausbildungsplan der Feuerwehr eingearbeitet. Oft werden sie, so wie die auf der Wanzleber Burg nicht vorher angekündigt, um die Situation nah an der Realität darzustellen.

Diesmal waren insgesamt 19 Einsatzkräfte aus Wanzleben und Schleibnitz mit fünf Fahrzeugen vor Ort, darunter elf Atemschutzgeräteträger, die bei Hausbränden dringend gebraucht werden.

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