Der Schutz von Eigentum hat gestern im Mittelpunkt auf dem Marktplatz in Oschersleben gestanden. Mit ihrem Info-Mobil hatten Polizisten des Landeskriminalamtes genau den Nerv der Bodestädter getroffen: Die Mitarbeiter berieten zahlreiche Bürger zu ihren Sorgen an Haus und Grund.

Oschersleben l Ein Oschersleber, der namentlich nicht genannt werden möchte, äußert sein Leid nach dem Einbruch in sein Gartenhäuschen. "Das Verfahren ist mittlerweile eingestellt worden und die Einbrecher längst über alle Berge", macht sich der Mann Luft.

Damit sich das nicht wiederhole, rät der Fachberater beim Landeskriminalamt, Bernd Neumann, nach Saisonende in und an der Laube alles abzubauen und wegzuschaffen. "Eine weitere Möglichkeit ist die, Fensterläden über den Winter offen zu halten. Ist das Gartenhäuschen einsehbar und die potentiellen Diebe entdecken nichts, was sie gebrauchen können, lassen sie es bleiben", ist Neumann überzeugt. Allerdings könne Vandalismus dadurch nicht verhindert werden.

Einen anderen Weg sieht der Berater in der Verbarrikadierung. Die Überwindung massiver Holzplatten vor Fernstern und Türen, die mit Muttern im Laubeninneren verschraubt sind, seien für potentielle Einbrecher nur mit sehr hohem Aufwand verbunden. "Die halten dann meist nach leichterer Beute Ausschau. Allerdings könnten diese Schutzmaßnahmen auch als Zeichen für wertvolle Dinge im Inneren der Laube gedeutet werden. Hier muss ein Jeder selbst zwischen beiden Möglichkeiten abwägen", rät der Polizeibeamte weiter, bevor er den nächsten Oschersleber in Sachen Fensteraufsatzprodukte berät. Das sind Sperrvorrichtungen, die von innen an den Rahmen befestigt werden. "Tatsächlich werden die Fenster meist aufgehebelt. Der Aufwand, durch die Scheibe zu gehen, ist den Tätern einfach zu hoch", weiß Neumann.

Neben guter Technik, die es potentiellen Dieben erschwert, in Häuser, Wohnungen oder Gartenlauben einzudringen, gebe es jedoch noch mehr zu beachten. "Wichtig ist eine gute Ausleuchtung des Eigentums. Diebe wollen nicht beobachtet werden. Und ist ein unbequemer Fluchtweg vorhanden, überlegen es sich die Täter zweimal, hier einzubrechen", betont der Fachberater.

"Ein Restrisiko bleibt aber immer", sagt Neumanns Kollege Fred Brehmeier. Er empfiehlt dem Oschersleber Manfred Buchhorn gerade eine Kette mit verschweißten Gliedern. "Dazu ein Diskusschloss. Das bietet weder Hebel- noch Schneidwerkzeugen irgendwelche Angriffspunkte", betont Brehmeier. Manfred Buchhorn hat einen Garten in Kroppenstedt und ist handwerklich begabt. "Das trifft sich gut, denn Sicherheitstechnik ist teuer", sagt der Polizei- beamte, der selbst auch Kleingärtner ist. So rät er dem Oschersleber, sich eine einfache Gittertür zu schweißen und die Kette samt Schloss einzusetzen.

Doch ist der Dieb dann doch mal drin und die Bewohner aufgeschreckt, raten die Beamten davon ab, den Helden zu spielen. "Jeder Bürger hat zwar das Recht, sein Leben, seine Gesundheit und sein Eigentum zu schützen, doch unter Anwendung adäquater Mittel", betont Neumann und ergänzt: "Einbrecher haben es auf Beute abgesehen und wollen nicht an Leib und Leben. Doch ihnen den Fluchtweg zu versperren, könnte gefährlich werden." Deswegen rät er, lieber das Licht einzuschalten, sich in Sicherheit zu bringen und den Notruf zu wählen. Meist würden die Diebe dann flüchten.

Wer dennoch nicht sicher ist, wie sein Eigentum am besten zu schützen ist, kann einen kostenlosen Service des Landeskriminalamtes in Anspruch nehmen. "Wir machen auch Hausbesuche und geben Tipps vor Ort, was am besten und sinnvollsten zu tun ist. Der Vorteil für die Bürger liegt darin, dass wir nichts verkaufen wollen", sagt Neumann.

Termine für eine kostenlose Beratung am Wohnhaus, der Wohnung oder dem Garten unter folgender Telefonnummer: 03904/4780.