Für die Barneberger Feuerwehr ist womöglich doch noch eine Kehrtwende in Sicht. Die Mitglieder haben sich nun dahingehend positioniert, als eigenständige Institution Teil der Gemeindewehr Obere Aller zu bleiben. Die Angliederung nach Hötensleben ist damit vom Tisch. Vorerst.

Barneberg l Nach der außerplanmäßigen Arbeitsberatung vor Wochenfrist wurde deutlich, dass die Barneberger gewillt sind, einen Neuanfang in Eigenregie zu stemmen und sich dabei auch der Unterstützung der Verbandsgemeinde und der Nachbarn aus Hötensleben sicher sein können. Nur ein Punkt stand zur Debatte: die Wahl eines neuen Wehrleiters und seines Stellvertreters.

Im Vorfeld waren zielführende Gespräche zwischen allen Beteiligten mit dem Zweck geführt worden, die Freiwillige Feuerwehr in Barneberg zu erhalten und damit die endgültige Umsetzung des Beschlusses zur Angliederung nach Hötensleben zu vermeiden.

Zwei "alte Bekannte" hatten sich im Zuge dessen nun dazu bereit erklärt, wieder Führungsverantwortung zu übernehmen: Peter Walter als Ortswehrleiter sowie Meinhard Naaff als sein Vize. In öffentlicher Wahl wurden sie von der Versammlung einstimmig in diese Funktionen gewählt. Gemeindewehrleiter Reinhard Breitfelder, der zuletzt auch übergangsweise für die führungslose Barneberger Ortswehr verantwortlich war, und Hötenslebens Wehrleiter Lars Ulrich gratulierten zur Wahl, wünschten den Kameraden das Beste im Bestreben um die Dienstfortsetzung im Ort und versprachen, sie in der Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu unterstützen.

Situation hatte sich seit Frühjahr 2012 zugespitzt

Peter Walter und Meinhard Naaff dankten für das in sie gesetzte Vertrauen. Beiden Männern ist die Aufgabe nicht fremd, Naaff leitete die Barneberger Feuerwehr ab 1992, Walter trat 2007 die Nachfolge an, während sein Vorgänger noch zwei Jahre als Stellvertreter fungierte.

Vom Frühjahr 2012 an schlitterte die Feuerwehr dann jedoch zunehmend in Schwierigkeiten, namentlich auch die Schlüsselpositionen betreffend: Peter Walter hatte aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt eingereicht, sein Vize Keven Jabs sah sich arbeitsbedingt nur schwerlich in der Lage, die Leitung zu übernehmen und hatte betont, dass er wohl nur kommissarisch amtieren könne. Hinzu gesellte sich ein wachsendes Problem bei der Aus- und Weiterbildungstätigkeit innerhalb der Einsatzabteilung. Jabs mahnte seinerzeit bereits an: "Dazu sind auch viele Stunden freiwilliger Arbeit notwendig, das muss allen klar sein. Und wir müssen dringend neue Fu¨hrungskräfte ausbilden. Wir sind direkt betroffen."

Alles zusammen führte schließlich im Oktober vorigen Jahres zu dem Ratsbeschluss, dass die Verbandsgemeinde die Ortswehr Barneberg unter dem Status einer Löschstaffel in die Ortswehr Hötensleben integriert. Zur Begründung hieß es: "Die Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft ist de facto nicht mehr gegeben." Angesichts der Ergebnisse in der Risikoanalyse und mangels sichtbarer Alternativen zur Verbesserung der Situation hatten die Barneberger Aktiven dem Konsens zugestimmt.

Nun die Kehrtwende - bei der man jedoch erst am Anfang steht, wie Verbandsbürgermeister Frank Frenkel klarstellt: "In den letzten Wochen hat sich die Chance abgezeichnet, dass sich die Wehr sozusagen wieder zusammenrauft. Das ist zunächst mal sehr begrüßenswert und wir unterstützen das, aber es bedeutet auch viel Einsatz seitens der Mitglieder." Der Löschstaffel-Beschluss bleibe bestehen, ohne umgesetzt zu werden. Das Innenministerium hatte dafür ohnehin noch keine Genehmigung erteilt. "Das liegt jetzt auf Eis und wir geben den Barnebergen die Zeit, sich neu aufzustellen, denn das geht auch nicht von heute auf morgen", so Frenkel.

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