Aus dem Ruhrpott hat es sie an die Allerquelle verschlagen: Dr. phil. Nadine Panteleon (33) ist die neue Leiterin des Börde-Museums Burg Ummendorf. Volksstimme-Redakteur Ronny Schoof sprach mit der Archäologin über ihre Motivation und Pläne sowie über Zweiräder und Kochkünste.

@022n Interview Frage:Volksstimme: Sie tragen einen wunderbar klangvollen Namen ...

@024n Interview Antwort:Nadine Panteleon: Danke, der ist angeheiratet. Ich stamme aus Witten im Ruhrgebiet und mein Ehemann aus Dortmund, aber er hat griechische Wurzeln. Mein Schwiegervater ist Grieche.

@022n Interview Frage:Vor drei Wochen haben Sie den Dienst als Museumsleiterin in Ummendorf angetreten. Ich nehme an, Sie wohnen in der Nähe?

@024n Interview Antwort:Genau. Die Wohnungssuche war etwas chaotisch, doch ich bin schließlich in Barneberg fündig geworden. Das ist nicht so weit weg, da kann man auch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

@022n Interview Frage:Haben Sie es schon ausprobiert?

@024n Interview Antwort:(lacht) Ja, und ich musste feststellen, dass das vermeintliche Flachland hier doch recht hügelig ist. Für den Hinweg habe ich 35 Minuten gebraucht, zurück deutlich länger, weil ich die Gegend etwas kennenlernen wollte und dann über Wefensleben gefahren bin - auch in der Hoffnung, dass auf der Strecke nicht so ein langer Berg liegt wie nach Badeleben raus. Das war ein ziemlicher Umweg und einen steilen Anstieg gab es trotzdem.

@022n Interview Frage:Vom Ruhrpott ins Allertal, von der Ausgrabung - zumindest stellt man sich das bei Archäologen ja immer so vor - ins Büro, das sind große Umstellungen, oder?

@024n Interview Antwort:Eigentlich sind die Sprünge gar nicht so groß. Klar, bei der archäologischen Arbeit buddelt man viel im Dreck, aber man hat auch genug Papierkram zu erledigen, steckt die Nase in Bücher und katalogisiert Funde. Studium und Dissertation waren auch überwiegend mit Schreibtischarbeit verbunden, von daher ist mir das nicht fremd. Die Gegend hier ist freilich ländlicher geprägt als das Ruhrgebiet, doch das war auch ein Reiz für mich.

@022n Interview Frage:Kannten Sie das Börde-Museum in Ummendorf eigentlich schon, als sie sich um diese Stelle beworben haben?

@024n Interview Antwort:Nein, ich habe die Ausschreibung gesehen und dachte, das hört sich doch gut an. Ich habe mich dann im Internet auf der Homepage des Museums und durch Zeitungsartikel näher informiert und war ganz angetan. Eine Burg als Museums- standort trifft man nicht allzu oft an, das ist kulturgeschichtlich schon sehr spannend. Und nicht zuletzt war da die Chance, nach dem Umbau die Dauerausstellung neu zu konzipieren, das passiert auch nicht so oft.

@022n Interview Frage:Sind sie im neuen Umfeld schon angekommen?

@024n Interview Antwort:Es ist noch keine Routine drin, aber schon eine sehr gute Orientierung. Aktuell liegt eine ziemlich kompakte Terminkette vor uns, da lasse ich mich sozusagen einfach reinrollen. Das funktioniert auch, weil der Mitarbeiterstab seit vielen Jahren eingespielt ist und genau weiß, was zu tun ist.

@022n Interview Frage:Apropos reinrollen - am kommenden Wochenende ist wieder Oldtimerschau angesagt. Sieht man Sie dort auch auf einem Motorrad wie Ihren Vorgänger, Thomas Ruppel?

@024n Interview Antwort:Tut mir leid, darauf müssen die Besucher wohl verzichten. Ich habe kein Motorrad und auch keinen Motorradführerschein. Aber ich bin sicher, das Treffen historischer Fahrzeuge wird trotzdem wieder ein besonderes Erlebnis.

@022n Interview Frage:Und wie steht es um Ihre Kochkünste?

@024n Interview Antwort:Ganz gut, denke ich. Wieso?

@022n Interview Frage:Thomas Ruppel hat bei der beliebten Veranstaltungsreihe "Kräuter im Topf" immer mit viel Leidenschaft und Sachkenntnis selbst am Herd gestanden.

@024n Interview Antwort:Ja, da will ich mich gern einbringen und beteiligen. Die Kräuterthematik kommt mir auch gut zupass, als Vegetarierin habe ich auf diesem Gebiet einige Erfahrung.

@022n Interview Frage:Sie sprachen die neue Gestalt von der Ausstellung an. Wie tief sollen die Veränderungen greifen?

@024n Interview Antwort:Durch die räumliche Erweiterung bestehen für das Museum neue Möglichkeiten der Präsentation. Vom Grundsatz her wird sich nichts verändern. Die Dauerausstellung im Haus bleibt ihrem regionalen kulturgeschichtlichen Charakter treu, sie nimmt nach und nach lediglich eine etwas andere Form an und wird ergänzt, etwa um den Bereich Kalisalzbergbau. Das Ganze ist ein Jahresprojekt, wird uns also noch einige Monate lang beschäftigen. Nächste Woche treffe ich mich mit Thomas Ruppel, um über das von ihm geschaffene Ausstellungskonzept zu reden. Daran will ich mich insgesamt orientieren, aber natürlich auch eigene Ideen umsetzen.

@022n Interview Frage:1924 wurde das Börde-Museum hier in der Burg eingerichtet, das heißt, es feiert 90. Geburtstag.

@024n Interview Antwort:Es ist noch nicht explizit im Veranstaltungskalender enthalten, aber wahrscheinlich wird es dazu noch eine kleine Ausstellung quasi in eigener Sache geben.