Die Stadtverwaltung hatte am Sonnabend freiwillige Helfer ins Freibad Oschersleben gerufen, um es fit für die kommende Saison zu machen. Gekommen waren über 200 Bürger, die fleißig mit anpackten.

Oschersleben l "Mit diesem Ansturm haben wir überhaupt nicht gerechnet. Die von uns zur Verfügung gestellten Geräte haben bei weitem nicht ausgereicht. Das so viele kommen, konnte wirklich niemand ahnen", sagt der sichtlich überraschte Leiter des Oschersleber Baubetriebsamtes, Steffen Czerwienski. Seinem in den Medien verbreiteten Aufruf an freiwillige Helfer, das Freibad im Norden der Stadt am Sonnabend für den Ansturm der Badegäste ab Ende Mai vorzubereiten, waren weit mehr als 200 Bürger gefolgt.

"Wir waren pünktlich um kurz vor 10 Uhr am Eingang, da dachten wir, dass wir zu spät sind", erzählt Ralf Schulz, der mit seiner Familie kräftig dabei ist, die Kante des frisch gemähten Rasens abzustechen. "Aber wir waren gar nicht zu spät. Die vielen Leute hatten nur schon angefangen, zu arbeiten", ergänzt Tochter Annemarie.

Doch nicht nur die Rasenflächen werden während des Arbeitseinsatzes auf Linie gebracht. So säubern dutzende Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer die Fugen zwischen den Platten auf den Wegen und an den Beckenrändern. Wieder andere schneiden die Hecken und entkrauten die Beete und Grünanlagen. Eine weitere Gruppe ist mit den Beachvolleyball-Anlagen beschäftigt. Hier wird der Sand von Unkraut befreit und anschließend glattgeharkt. Zeitgleich streichen andere die Mauer am Eingangsbereich. Auch der Sandkasten wird gesäubert und die Fahrradständer im Außenbereich aufgestellt. Nach nur wenigen Stunden erscheint das Freibadgelände "wie aus dem Ei gepellt".

"Wir können mehr als zufrieden sein mit dieser Aktion und kommen wohl nicht umhin, das während der Saison noch einmal zu wiederholen", zeigt sich Amtsleiter Steffen Czerwienski begeistert. Die wenigen für die Bäder in Oschersleben zuständigen Mitarbeiter hätten das seiner Meinung niemals geschafft. Im vergangenen Jahr waren der Einladung zum Arbeitseinsatz nur 30 Helfer gefolgt. "Das war allerdings auch ein Mittwoch", gibt der Amtsleiter zu, der sich dankend über die Wasserwacht - sie sorgte für das leibliche Wohl - sowie über den Einsatz der Jugendfeuerwehr äußert.

Auch Ines Schreinert, die sich für den Erhalt des Freibades stark machte, ist sichtlich überrascht über die große Anzahl an Teilnehmern an diesem Arbeitseinsatz: "Ich bin völlig überwältigt. Hier wird gerade das Wir-Gefühl gelebt", sagt die engagierte Frau, die auch für den Standort des Kombibades hier in der Breitscheidstraße kämpfte. Außerdem betont Schreinert: "Ein großes Dankeschön geht an die gegenüberliegende Gartensparte `Am Bürgerpark`, die die Außenanlage bereits seit gestern in Ordnung gebracht hat."

Auch ihr Mitstreiter Wolfgang Zahn spart nicht mit Lobesworten: "Das ist `Oschers- leben live`. Die Leute hier zeigen heute Position für die Errichtung eines Kombibades an diesem Standort. Das beweist doch, dass sich unser bisheriges Engagement gelohnt hat. Wir werden uns weiter einsetzen."

 

Bilder