Ummendorf l Das 112 Jahre alte Riesenrad mitten auf dem Schulhof und das separate Angebot der Hubschrauberrundflüge am Sportplatz waren zwei neue und spezielle Attraktionen beim nun bereits 18. vom Börde-Museum veranstalteten Oldtimertreffen. Allerdings fiel die Resonanz darauf eher verhalten aus - vielen Besuchern stellte sich insbesondere am provisorischen Flugplatz die Kostenfrage verquer.

"Der Preis für den Rundflug ist schon ziemlich happig", meinte die Ummendorferin Hannelore Heider und konnte nachvollziehen, dass an der Thiemühle, wo der "Harz Helicopter" am Sonnabend zu Start und Landung ansetzte, nicht allzu viel Betrieb und kaum Andrang herrschte. "Andererseits bietet sich so eine Gelegenheit nur selten", so die Besucherin weiter. Zusammen mit Ehemann Jürgen hat sie sich den Spaß also trotzdem gegönnt - und nicht bereut: "Es war schon toll, man kennt die Gegend ja, aber von oben sieht es doch ganz anders aus. Ein sehr interessantes Erlebnis."

Ganz ähnlich beeindruckt war Liane Helmecke von der Fahrt im nostalgischen Riesenrad, die sich als unerwartet rasant erwies.

Jahrmarktsattraktion aus der Kaiserzeit

Mit Enkelin Eva bestieg die Leiterin der Grundschule "Burg Ummendorf" die Gondel und freute sich sichtlich über den etwas anderen Ausblick auf ihren Arbeitsplatz: "Es hat uns großen Spaß gemacht, denn das Rad drehte sich ganz schön schnell. Man erreichte auch eine beachtliche Höhe, das denkt man gar nicht, wenn man unten steht." Das restaurierte Riesenrad sorgte somit für etwas Jahrmarktsflair wie zu Urgroßvaters Zeiten zwischen den blitzblank polierten Automobilen und Traktoren. Und das gute Stück firmierte freilich auch selbst, auf seine Weise, als Oldtimer: "Gebaut wurde es im Jahr 1902 von Werner Feldmann", erklärt Betreiberin Maria Varfi. "Mit seinen zwölf Metern Höhe gehörte es zur Kaiserzeit zu den spektakulärsten Fahrgeschäften, die auf den Rummelplätzen für das Volksvergnügen sorgten. Und heute zählt es zu einem der schönsten transportablen Riesenräder überhaupt."

120 Aussteller, viele seit Jahren Stammgäste unterm Ummendorfer Burgfried, hatten sich für die Technikschau angemeldet. Vom Fahrrad bis zum Schlepper präsentierten sie - mitunter bei den Ausfahrten live in Aktion - leidenschaftlich gepflegte, detailverliebt aufgehübschte oder auch erstaunlich umgebaute fahrbare Untersätze. Ein bemerkenswerter Hingucker war die Paarung am Hintereingang der Burg: Trabant und Ferrari nebeneinander. Der rote Italiener allerdings war geschickt "geschummelt" und in Wahrheit ein Japaner aus dem Hause Toyota.

 

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