Drackenstedt l Keine profane, tausend Watt fressende Glühlampe mehr, sondern ein kunstgefertigter und doch schlichter Kronleuchter ziert inzwischen das hölzerne Gewölbe unterm Dach von Sankt Nicolai. Der neue Lichtspender war ein lang gehegter Wunsch der evangelischen Gemeinde, Ende November war dieser in Erfüllung gegangen, als der Leuchter aus der Metallbildnerwerkstatt Unterschütz in Pansfelde am Bestimmungsort installiert wurde.

"Den schmucken Kronleuchter haben wir der Geburtstagsspende eines Gemeinde- glieds zu verdanken, und es zeigt auch dessen Verbundenheit mit dem Ort", kleidete Gemeindepfarrer Thomas Seiler seine Dankesworte in etwas geheimnisvolle Worte. Doch im Dorf weiß man längst, dass es sich bei dem stillen Gönner um Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens handelt, der mit seiner Familie in Drackenstedt zuhause und dessen Frau Annegret aktives Mitglied im Kirchengemeinderat ist. Zu seinem 60. Geburtstag hatte Aeikens um Spenden zugunsten der Kirchengemeinde anstelle von Präsenten gebeten.

"Für uns natürlich eine wunderbare Sache", meint auch Beate Schmidt, Vorsitzende des Kirchengemeinderats, "denn so konnten wir nach der Sanierung des Kirchturms im vorigen Jahr gleich noch einen Wunsch erfüllen." Unter dem Förderdach der Leader-Aktionsgruppe "Flechtinger Höhenzug", ergänzt um Eigenmittel der Kirchengemeinde und des Kirchenkreises, ist der Turm rundum verputzt worden.

Der Abschluss der Arbeiten am Gemäuer war am Sonntag der zweite feierliche Anlass für den Festgottesdienst mit anschließendem Brunch. Die "Bördekäfer" stimmten passenderweise mit den Lied- zeilen "Schön wird das Fest" auf den Vormittag ein, der Eilsleber Bläserchor lieferte die instrumentale Begleitung zur Dankesveranstaltung.

"Der Kirchenrat hat sich wieder ganz viel Mühe gegeben", lobte Pfarrer Seiler, "und besonders hat mich die Teilhabe meiner Vorgänger am Gottesdienst gefreut." Pfarrerin Renate Hirschligau, die im Sommer ihren Abschied vom Berufsalltag genommen hatte, und Ruhestandspfarrer Harald Schmidt, der zuvor 30 Jahre lang für die Gemeinde tätig war, hatten den Talar zur Feier des Tages wieder angelegt.

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