An der Feuerwehrtechnik der Stadt nagt bereits der fiese Zahn der Zeit. Allein in der Wanzleber Gerätehaus-Garage hat der Großteil der Fahrzeuge schon mehr als 20 Einsatzjahre auf dem Buckel. Der Investitionsplan der Stadt sieht den nächsten Fahrzeuggroßeinkauf jedoch erst für 2016/2017 vor. Ob es für die 300000 Euro teure Investition Fördermittel vom Land gibt, steht noch in den Sternen.

Wanzleben l Ganze drei der vier in Wanzleben stationierten Feuerwehrfahrzeuge rücken hier schon seit mehr als 20 Jahren zu Einsätzen aus. Das Tanklöschfahrzeug ist Baujahr 1994, der Rüstwagen des Landkreises und das Löschfahrzeug haben jeweils 23 Jahre auf dem Tacho. "Das jüngste und damit beste Pferd im Stall ist unsere Drehleiter, die wir Ende 2011 erhalten haben", berichtet Stadtwehrleiter Burkhard Wegner. Doch um seinen in der Einheitsgemeinde rund 300 ehrenamtlich tätigen Kameraden die Arbeit bei Wind und Wetter zu erleichtern, plädiert er für den Kauf neuer Technik. "In Groß Rodensleben beispielsweise steht ein 40 Jahre altes Tanklöschfahrzeug", argumentiert Wegner weiter.

Um das Problem weiß auch Bürgermeisterin Petra Hort (Die Linke). "Laut der Risikoanalyse für die Feuerwehren der Stadt Wanzleben - Börde müssen wir neue Fahrzeuge anschaffen", sagte sie gestern auf Nachfrage.

Doch der Kauf eines neues Tank- oder Löschfahrzeugs ist laut dem jüngst vom Stadtrat verabschiedeten Investitionsprogramm vor den Jahren 2016/17 nicht angedacht.

"Die 300000 Euro teure Investition in ein neues Fahrzeug ist vorerst perspektivisch mit in den Haushaltsplan aufgenommen worden", erklärte die Rathauschefin. "Für uns ist der Kauf aber noch Zukunftsmusik", fügte sie hinzu. Für die Neuanschaffung werde die Stadt Fördermittel beim Land beantragen. "Um die allerdings auch bewilligt zu bekommen, muss die Stadt harte Kriterien erfüllen", merkt sie an. Denn letztendlich beschaffe das Land im Auftrag der Kommunen die neue Technik zentral, um so Kosten sparen zu können.

Darüber, dass die Stadtwehr Bedarf an einem neuen Tank- oder Löschfahrzeug hat, wisse das Ministerium bereits Bescheid, erklärt Burkhard Wegner. "Wir müssen dringend Ersatz schaffen. Denn der technische Zustand der teilweise vielerorts über 20 Jahre alten Technik wird mit der langwierigen Planung um den Kauf eines neuen Einsatzfahrzeug auch nicht besser. Die ständig anfallenden Reparaturen und Ersatzteile kommen der Stadt über die Jahre gerechnet teuer zu stehen. Ein Neukauf lohnt sich in jedem Fall. Schließlich muss die Technik im Ernstfall auch funktionieren", mahnt der Stadtwehrleiter.

Zuletzt hatte die Wanzleber Wehr als Großinvestition Ende 2011 eine neue Drehleiter erhalten. Von der 598000 Euro teuren Neuanschaffung waren 150000 Euro durch das Land gefördert worden. Der Rest der Kaufsumme war noch aus den Rücklagen der Ortschaft Wanzleben beglichen worden.

In Brandschutz investieren

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte im Dezember 2011 bei der feierlichen Übergabe gesagt: "Brandschutz ist wichtig. Wehren sollten so ausgestattet sein, wie es der Brandschutz erfordert. Dabei sollte nicht gespart werden."

Bürgermeisterin Petra Hort hatte damals den Vorteil neuer Technik in ihrer Ansprache wie folgt auf den Punkt gebracht: "Sie erleichtert unseren Rettungskräften ihre überaus wichtige Arbeit , die sie in ihrer Freizeit ehrenamtlich leisten."

 

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