Mit einer Festveranstaltung hatte das Jubiläumswochenende anlässlich des 120-jährigen Bestehens der Feuerwehr Wulferstedt begonnen. Zahlreiche Gäste haben die Arbeit der Wulferstedter Feuerwehrleute gelobt.

Wulferstedt l Mit der Erinnerung an den ehemaligen Wulferstedter Feuerwehrmann Gustav Büttner und dem aus seiner Feder stammenden Text zum Wulferstedter Feuerwehrlied eröffnete der ehemalige Wehrleiter Klaus Brinkmann die Festveranstaltung zum 120-jährigen Bestehen der Feuerwehr Wulferstedt. Zahlreiche Gäste - beispielsweise Vertreter aus Politik und Verwaltung, des Landesfeuerwehrverbandes, Mitglieder anderer Wehren und von ortsansässigen Vereinen - überbrachten Glückwünsche und nahmen am feierlichen Festakt teil. Mit Grußworten verwiesen sie auf die "aufopferungsvolle Arbeit in der Wehr", auf Einsätze bei Brand- und Katastrophenfällen sowie auf das "permanente Ehrenamt an jedem Tag und zu jeder Zeit".

Wie die Verbandsgemeindebürgermeisterin Ines Becker in ihrer Festrede sagte, habe sich in 120 Jahren ein Wandel im Feuerwehrwesen vollzogen. "Früher ging es vor allem um Brandbekämpfung, heute wird an vielen Fronten mit Spezialkenntnissen gekämpft, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren", bekräftigte sie. Ihr großes Lob ging dabei an den Nachwuchs, um den sich die Wulferstedter Feuerwehrleute wohl keine Sorgen machen müssen. Seit 22 Jahren gibt es in Wulferstedt eine Jugendfeuerwehr, die zum jetzigen Zeitpunkt mit 20 Kindern und Jugendlichen arbeitet.

Das freute auch die Bürgermeisterin der Gemeinde Am Großen Bruch, Eva Stroka, die zusammen mit dem Staatssekretär des Landes-Innenministeriums Ulf Gundlach sowie Ulf Nohr vom Feuerwehrverband Börde mit Lob an die Wulferstedter Kameraden nicht sparte.

Wulferstedts Wehrleiter Mathias Dippe, der bereits die vierte Generation seiner Familie in der Feuerwehr verkörpert, bestätigte in seiner Festrede die Notwendigkeit einer einsatzkräftigen Wehr. "Mit 21 aktiven Mitgliedern und 5 Mitgliedern in der Alters- und Ehrenabteilung sind wir bestens ausgestattet", sagte er und brachte zugleich den eigenen Stammhalter als folgende fünfte Generation für die Wulferstedter Wehr mit ein.

Ein großes Dankeschön ging im Rahmen der Festveranstaltung auch von Nachwuchsfeuerwehrmann Michel Simon im Namen der Jugendwehr an den Jugendleiter Andreas Dippe. Der Jugendwart und zugleich Vorsitzender des Fördervereines der Wulferstedter Wehr "investiert nicht nur eine Menge Zeit in die Ausbildung des Nachwuchses, sondern freut sich über jedes neue Mitglied in den Reihen der Jüngsten".

Ein weiterer Höhepunkt im Rahmen der Festveranstaltung war der Einblick in die nagelneue Feuerwehrchronik, aus der Klaus Brinkmann einige Passagen verriet. In mühevoller Kleinarbeit, sehr zeitaufwendig und nicht immer ganz einfach, hatte er zusammen mit Annett Dippe, Kerstin Brinkmann und Michel Simon eine Chronik über das Feuerwehrwesen in Wulferstedt zusammengestellt.

Wie Brinkmann sagte, habe man sich bereits im Mittelalter über das Löschwesen Gedanken gemacht. Erste Aufzeichnungen für den Wulferstedter Bereich gibt es schon aus den Jahren 1381 und 1480. Wie seine Recherchen weiter ergeben haben, ist im April 1790 beim schwerstes Unglück in Wulferstedt fast der gesamte Ort abgebrannt. 1880 regelte der Wulferstedter Rat, wie Hilfeleistung bei Bränden erfolgen soll, 1887 wurde der erste Spritzenmeister gewählt. Das Jahr 1894 nahm Klaus Brinkmann als wohl wichtigstes Jahr in der Wulferstedter Feuerwehrgeschichte auf, denn da bildete sich aus den Reihen des damaligen Turnvereins die freiwillige Feuerwehr. Weitere wichtige Daten und Ereignisse wollte Klaus Brinkmann jedoch nicht verraten, denn das ausführliche Werk seiner Recherchen liegt jetzt als fertige Broschüre vor und kann von jedem erworben werden.

In gemütlicher Runde ließen die Wulferstedter Feuerwehrleute und ihre Gäste den Eröffnungsfestakt anlässlich des Jubiläums ausklingen. Bereits am Folgetag sollten große Höhepunkte wie ein Orientierungsmarsch der Jugendfeuerwehren im Bereich Westliche Börde und ein historischer Festumzug durch Wulferstedt folgen.

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