Die 1050-Jahr-Feier in Alikendorf ist Geschichte. Und dieses Fest, welches in den vergangenen vier Tagen über die Bühne ging, wird nach Einschätzung der Besucher in die Annalen des Dorfes eingehen.

Alikendorf l Sichtlich aufgeregt war Alikendorfs Ortsbürgermeisterin Inge Pohle am Freitagnachmittag an das Rednerpult in der Kirche des Dorfes getreten. Hier im Gotteshaus fand der feierliche Auftakt zur 1050-Jahr-Feier statt.

Zahlreiche Bürger, auch aus den umliegenden Orten, sowie Landrat Hans Walker (CDU), Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Behrens hatten unter anderen in der Kirche Platz genommen.

Nun war es also soweit. Über Wochen und Monate hat ein Festkomitee, bestehend aus Vertretern aller Vereine, am Festprogramm zur 1050-Jahr-Feier gefeilt.

Inge Pohle, zur 1000-Jahr-Feier war sie auch schon dabei, wenn auch erst wenige Wochen alt, ließ in ihrer Festrede noch einmal wichtige Eckdaten der Geschichte ihres Heimatortes, welches unter dem Namen Alekendorp seinen Anfang nahm, Revue passieren. "Schwere Zeiten haben die Menschen überstanden, auch weil sie immer zusammenstanden", sagte die Bürgermeisterin. Und diese Gemeinsamkeit präge noch heute das dörfliche Leben.

Landrat Hans Walker nannte es "Mut", diese Festwoche zu gestalten. Er lobte vor allem das Ehrenamt, "das nicht als Selbstverständlichkeit hingenommen werden darf", so der Landrat.

In 1050 Jahren Dorfgeschichte hat sich der Ort, der auch immer landwirtschaftlich geprägt war, gewandelt, wie in der Festveranstaltung festgestellt wurde. Bemerkenswert sei unter anderem, dass Alikendorf von 1883 bis 1946 zum Kreis und zum Amtsgericht Ballenstedt, einer anhaltinischen Exklave im Staatsgebiet Preußen, gehörte. Erst 1952 wurde das Dorf mit der Verwaltungsreform dem neugebildeten Landkreis Oschersleben zugeordnet.

Seit dem 1. Januar 2003 ist Alikendorf ein Ortsteil von Oschersleben. Nun wurde die Dorferneuerung möglich. "Bis 2005 flossen 1,6 Millionen Euro in den Ort, der sich zur Augenweide entwickelt hat", wie Dieter Klenke feststellte.

Auch Erika Grunenberg war in der Kirche ans Rednerpult getreten. Die ehemalige Alikendorferin, die heute in Hadmersleben wohnt, hat in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv in der Chronikgruppe und an der Festschrift mitgewirkt. Für die Festveranstaltung hat sie über ihren Heimatort ein Gedicht geschrieben.

Im Anschluss an die Festveranstaltung wurde in der Nähe der Kirche, am Denkmal, ein Gedenkstein enthüllt. Er trägt die Namensbezeichnungen von früher und von heute, damit auch nachfolgende Generationen wissen, unter welchen Namen die Geschichte ihren Lauf in Alekendorp (964), Alkendorp (1313) und heute Alikendorf ihren Lauf nahm. Die Kinder des Ortes Sarah Wilke, Alina Könnecke, Pascal Voigtländer, Laura Brüggemann, Melissa Schäfer, Sebastian Wilke, Isabelle Auras, Henny und Emma Lehner durften den Gedenkstein enthüllen.

Am Freitagabend rockten "Tänzchentee" die Festhalle und sorgten für Feststimmung. Am Sonnabend stand eines der ältesten Gebäude Alikendorfs, der einstige Klosterhof, im Mittelpunkt des Geschehens. Viele hundert Besucher strömten zum bunten Markttreiben auf den Hof, wo den ganzen Tag über ein buntes Programm geboten wurde. Höhepunkt des Festes war der Festumzug, über den wir in einer der nächsten Ausgaben berichten werden.

   

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