In ingesamt 14 Bildern ließen die Alikendorfer die 1050 Jahre währende Geschichte ihres Dorfes noch einmal Revue passieren. Viele Bürger, auch aus den umliegenden Orten, haben sich mit zahlreichen Ideen und Liebe zum Detail in den Zug eingebracht. Somit wurde der Festumzug tatsächlich zum Höhepunkt der 1050-Jahr-Feier.

Alikendorf l Beinahe militärisch exakt hat am Sonntagmorgen das Aufreihen der Teilnehmer für den Festumzug zur 1050-Jahr-Feier in Alikendorf begonnen: Jedes Bild, jeder Teilnehmer hatte seinen Platz. Pünktlich um 10 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung, vorbei an hunderten Zuschauern, vorbei an geschmückten Häusern, Straßen und Plätzen.

In 14 Bildern erzählten die Männer, Frauen und Kinder aus Alikendorf, aber auch aus den Nachbarorten wie Hadmers- leben, Kloster Gröningen, Klein- alsleben oder Klein Oschers- leben vom Werden und Wachsen ihres Heimatortes, dessen Geschichte im Jahr 964 begann. 1207 hieß der Ort Alekendorp, von 1313 bis 1378 Alkendorp. 1389 gelangte die Voigtei Alickendorf in die Obhut der Äbtissin Adelheid IV. von Walde. Auch sie war im Festumzug dabei, genau wie Graf Gero von Anhalt-Dessau. Die Fürsten von Anhalt eigneten sich nach der Säkularisation den Besitz des Stiftes Gernrode an und damit fiel der Ort unter anhaltinische Herrschaft. In die Rolle von Graf Gero von Anhalt-Dessau war Werner Brüggemann geschlüpft, seine Frau Marlies war die Gräfin, die ebenso in der stattlichen Kutsche im Festumzug mitfuhr.

In die Geschichte des Ortes ging auch die Zeit eines französischen Lagers zwischen Alikendorf und Oschersleben ein. 1757 litt Alikendorf sehr darunter, gab es Seuchen, Viehsterben und Feuersbrünste.

Im Festumzug ebenso dargestellt, wurden die Gründungen des Krieger- und Landwehrvereins 1872 und eines Radsportvereins 1897. Dass Alikendorf auch immer von der Landwirtschaft geprägt war, auch diese Tatsache ließ sich Festumzug mit Bauern in alter und in neuer Zeit mit moderner Landtechnik wiederfinden.

Natürlich war auch die Feuer- wehr mit von der Partie. Ihre Gründung geht in das Jahr 1935 zurück. Erst 1952 kehrte Alikendorf dem Anhaltinischen den Rücken, wurde dem Landkreis Oschersleben zugeordnet.

Ein Verein, der noch heute im Dorfleben kräftig mitmischt, ist der Rassegeflügelzuchtverein Alikendorf/Hadmersleben. 1958 wurde die LPG, Typ 1, "Neues Deutschland gegründet, 1969 wurde die Dorfschule geschlossen. Hier trat Lehrer Peter Markgraf einst seinen ersten Dienst an. Für den Festumzug hat er noch einmal eine Klasse zusammengetrommelt, die alte Aktentasche hervorgekramt, nur das Klassenbuch ließ er lieber zu Hause.

1990 brachte die Wende Vor- und Nachteile für das kleine Dorf, der Kindergarten, die Post und auch der Frisör wurden geschlossen.

Natürlich durfte im Festumzug der 1994 gegründete Schützenverein nicht fehlen. Aber auch andere Schützen- vereine aus Hordorf, Großalsleben, Günthersdorf, Kroppenstedt und Hadmersleben waren mit von der Partie.

Die heißen "Öfen" der Simson Freunde Alikendorf konnten um bunten Zug ebenso bestaunt werden. Fleischermeister Bruns verteilte Würstchen, die einstige Bäckers- familie Schäfer frisches Brot. Original-Steine aus der einstigen BGH des Ortes hatten Harry Ertmer und Werner Haberlah im Gepäck, der Hadmersleber Jürgen Kowall schlüpfte in die Rolle seines Vaters, der Schäfer in Alikendorf war.

   

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