Im wahrsten Sinne des Wortes ist die Mauer rund um die Groß Germersleber Kirche aus den Fugen geraten. Ehe das Bauwerk gänzlich einstürzt, konnte nun mit Hilfe von Fördermitteln die Sanierung der Umfriedung beginnen.

GroßGermersleben l Der Manager der Leader-Aktionsgruppe "Börde", Wolfram Westhus, konnte bereits im Oktober des vergangenen Jahres Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke einen Fördermittelbescheid aus dem europäischen Programm "Leader" für die Sanierung der Mauer rund um die Groß Germersleber Kirche überbringen.

In diesen Tagen sind die Bauarbeiten gestartet. Bewusst wurde mit dem Beginn bis weit in das neue Jahr hinein gewartet, weil auf Grund der Schäden an der Mauer nicht genau eingeschätzt werden konnte, wie aufwändig sich die Arbeiten tatsächlich gestalten und wie lange sie dauern werden.

Als nun die Bauarbeiten begannen, bewahrheitete sich, dass vor allem Baumwurzeln schuld daran sind, dass die alte Mauer - wie alt sie ist, konnte nicht ermittelt werden - regelrecht aus den Fugen geriet und stellenweise bereits eingestürzt war.

Während eine Tiefbau- firma neue Fundamente für die "neue" Mauer setzt, haben die Arbeiter Stein für Stein vorsichtig abgetragen. Gut 20 Prozent der alten Blöcke können wieder verwendet werden. Für den Rest müssen laut Auflagen des Denkmalschutzes passende Steine aus dem entsprechendem Material - Sandsteine- verwendet werden.

Wie Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos) zum Stand der Bauarbeiten berichtet, werde zunächst ein Probeabschnitt errichtet. Gibt der Denkmalschutz sein Okay, werde weitergebaut.

Etwa zwölf Wochen seien für Arbeiten an dem rund 60 Meter langen Abschnitt eingeplant. Rund 130000 Euro solle die Sanierung kosten. Das Stadtsäckel werde durch etwa 80000 Euro Fördermittel entlastet.

Mit der Sanierung der Kirchenmauer schließt sich am Groß Germersleber Gotteshaus im wahrsten Sinne des Wortes der Kreis: Die Kirche selbst ist bereits saniert. In diesen Tagen konnte auch die Sanierung der alten Kirchenschule abgeschlossen werden. Hier entstand mit Geldern aus dem Kirchenkreis Egeln und mit Hilfe von Mitteln aus dem Leader-Förderprogramm ein Zentrum für Orgel- und Harmonium-Ausbildung mit einer Werkstatt für die Instrumentenpflege. Mit einem Fest- gottesdienst am Freitag, 18. Juli, wird das Kompetenzzentrum feierlich eingeweiht.