Ausleben l Zahlreiche Besucher zog es am Sonnabend auf die Trautenburg Ausleben. Die Gäste erlebten die Aufführung "Vaders 80. Jebortstag". Bei strahlendem Sommerwetter im Schatten der alten Bäume von Schloß Trautenburg einen Kaffee und selbst gebackenen Kuchen genießen - allein das wäre an einen Sonnabendnachmittag ein schönes Erlebnis gewesen. So begann auch in diesem Jahr "Pfingsten auf der Trautenburg". Dazu hatte der Heimat- und Kultur- verein "OtWaAuLingen" e.V. alle Einwohner der Großgemeinde eingeladen. Schnell waren die aufgestellten Bänke besetzt.

Das Ensemble um Regisseur, Vereinsvorsitzenden und "Dorfschulzen" Frank Peters hat für den großen Auftritt in den vergangenen Wochen fleißig Texte gelernt und immer wieder geprobt. In diesem Jahr entführten die Darsteller das Publikum ins Warsleben des 19. Jahrhunderts. "Vaders 80. Jebortsdag" hieß das Volksstück aus der Feder von Doris Damke.

Von Monika Werner und Ferdinand Riedl als Bänkelsänger auf das Ereignis bestens eingestimmt, hob sich der Vorhang. Und die zahlreichen Zuschauer hatten gleich etwas zu lachen: Da lag Großvater Linnemann, alias Friedhelm Köhler, im Bett und dachte laut über sein Leben nach. Am Vorabend seines 80. Geburtstags konnte er dem gar nichts Erfreu- liches abgewinnen, wollte am liebsten sterben. Das sollte sich schlagartig ändern, als seine Nachbarin und junge Witwe Stine sich bereit erklärte, so ein "stattliches Mannsbild" zu umsorgen. Da sprach Opa Linnemann plötzlich sogar vom Heiraten. Seine erwachsenen Kinder waren von der Idee nicht begeistert, sahen sie doch ihr Erbe entschwinden.

Diesen 80. Geburtstag wird man im Hause Linnemann sicher nie vergessen. Ein Enkelkind wurde geboren und der Jubilar machte seiner Nachbarin einen Heiratsantrag. Damit wurde auch für Klara, die Tochter der Nachbarin ein Traum wahr. Als Großvater Linnemanns Stieftochter und konnte sie dessen Enkel heiraten. Allerdings ist ihr Schwiegervater nun auch gleichzeitig ihr Stiefbruder.

Applaus und ein lachendes, restlos begeistertes Publikum waren ein sicheres Indiz dafür, dass Doris Damke mit ihrer Geschichte wieder den Nerv der Zuschauer getroffen hat. "Schon beim Schreiben überlege ich, wer die Rolle spielen könnte", war von der Autorin zu erfahren. So ist es nicht verwunderlich, dass die Rollen ihren Darstellern quasi auf den Leib geschrieben sind.

"Pfingsten auf der Trautenburg" mit dem gemeinsamen Kaffeenachmittag, dem Theaterstück und dem anschließenden Grillfest ist ein "kulturelles Gesamtpaket" und Erfolgsgarant. Damit versteht es der Heimat- und Kulturverein "OtWaAuLingen" e.V. Jung und Alt zu begeistern. Für die Zuschauer steht fest: "Das war ein gelungener Nachmittag und wir freuen uns schon jetzt auf "Pfingsten auf der Trautenburg" 2015. Da sind wir wieder dabei!"