Das Projekt zur Sanierung der Seehäuser St.-Laurentius-Kirche ist von der Stiftungsjury zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler mit einem Sonderpreis bedacht worden. Damit fließen für den weiteren Ausbau 5000 Euro auf das Baufinanzierungskonto. Als nächstes sollen vier neue gotische Fenster eingesetzt werden.

Seehausen l Das Baukonzept rund um die Seehäuser St.-Laurentius-Kirche - aus der Ruine eine "offene Kirche" zu gestalten - ist von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden.

Die Bewerbung für den Stiftungspreis, der unter dem Titel "Innenansichten - Kirchen für Gemeinden von Morgen" ausgelobt worden war, hatte der Gemeindekirchenrat gemeinsam mit der Ingenieurin Elke Weinrich und dem Förderverein "Seehäuser Kirchen" eingereicht.

Die Jury habe in ihrer Sonderpreis-Entscheidung, das bürgerschaftliche Engagement gelobt, berichtet Dr. Helmut Schröder vom Förderverein. Dem Einsatz der Seehäuser sei es zu verdanken, dass die im 14. Jahrhundert errichtete Laurentiuskirche, die seit Beginn der siebziger Jahre ohne Dach und damit bereits als Ruine am Markt der kleinen Bördestadt stand, aus ihrem mehr als 40-jährigen "Dornröschenschlaf" geweckt werden konnte.

"Das nach Denkmalschutzrichtlinien entworfene zeltartige Metalldach scheint über dem Gebäude zu schweben, da ein transparentes und gläsernes Lichtband Dach und Mauerfirst trennt - und verbindet", heißt es in dem Begründungsschreiben der Stiftungsjury weiter, das Pfarrer Thomas Seiler jüngst per Post erhalten hat. Seit vergangenem Dezember wird die Kirche wieder für Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Seit Mai auch wieder für kirchliche Trauungen.

Der Preis ist mit einer Förderung der KiBa-Stiftung für Erhaltungsmaßnahmen an der Kirche in Höhe von 5000Euro dotiert. Der Scheck soll im Oktober im Rahmen des 28. Evangelischen Kirchbautages in München übergeben werden.

"Die Freude aller Beteiligten ist riesig, wurde doch die Arbeit der vergangenen Jahre mit so netten Worten honoriert. Das Engagement des Gemeindekirchenrates, der Kirchgemeinde, des Ingenieurbüros, des Fördervereins, vieler Sponsoren, Vereine, örtlicher Gewerbetreibender und der Seehäuser Bürger wurde damit gewürdigt. Hinzu kommt jene finanzielle Unterstützung, die uns für die weitere Sanierung der Stadtkirche konstruktiv in die Zukunft blicken lässt", merkt Helmut Schröder an und führt weiter aus, dass der Kreisausschuss das Vorhaben um die Sanierung der vier gotischen Fenster des Kirchenschiffs in der "Leader" geförderten Prioritätenliste bereits auf Platz eins gesetzt habe.

Förderverein bündelt seit Jahren seine Kräfte

Die denkmalgerechte Sanierung soll das Seehäuser Wahrzeichen zu einem stadtbildprägenden und überregional genutzen Gebäude machen, so dass das Konzept der "offenen Kirche" als religiös-kulturelles Zentrum Schritt für Schritt umgesetzt werden kann. "Wir hoffen, dass der Startschuss für den nächsten Bauabschnitt im Herbst fallen wird und der Einbau der Fenster realisiert werden kann", sagt der Seehäuser.

Die Mitglieder des Fördervereins um Vorsitzende Karin Warnecke bündeln seit Jahren alle Kräfte, um das Wahrzeichen der Bördegemeinde zu erhalten und mit Sanierungsprojekten vor Wind und Wetter zu schützen. Derzeit werden Ideen und Vorschläge gesammelt, um das Bauvorhaben um die noch fehlenden vier Fenster auf sichere finanzielle Füße stellen zu können. Zur Finanzierung des Bauprojektes liegt der Gemeinde derzeit ein Kostenvoranschlag in Höhe von rund 94000 Euro vor.

Allein das Großbauprojekt um die neue, neun Tonnen schwere Dachkonstruktion hatte sich auf eine Investitionssumme von rund 160000Euro belaufen. Fördermittel in Höhe von 60000 Euro hatte vorab Landrat Hans-Walker der Kirchengemeinde überreicht. Der Eigenmittelanteil lag bei 97000Euro. "60000 Euro kamen vom evangelischen Kirchenkreis. Die restlichen 37000 Euro kommen von der Kirchengemeinde Seehausen und dem Verein", hatte Dr. Ulrike Schröder damals vom Gemeindekirchenrat erklärt. Weitere Spenden hatten die Erneuerung der Sandsteingewände sowie die Sanierung der während der Bauarbeiten zutage getretenen Schäden im Bereich der Kirchenschiffmauern möglich gemacht. Im vergangenen Jahr hatte dann das Lichtband aus etwa 1,20 Meter hohen Fenstern zwischen dem sanierten Mauerring und dem Dach Einzug gehalten. Auch hierfür hatte der Landrat einen Fördermittelbescheid in Höhe von 38000Euro an Pfarrer Thomas Seiler überreicht.

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