Vor wenigen Tagen wurde Joachim Kebbel 94 Jahre alt. Der Ehrenbürger der Gemeinde Sülzetal ist froh und glücklich darüber, dass er die Fertigstellung der von ihm angeschobenen Sanierung der Friedhofsmauer in seinem einstigen Heimatort Sülldorf noch erleben darf.

Sülldorf l An der Friedhofsmauer in Sülldorf sind "alte Bekannte" am Werkeln. Die Handwerker der Firma Gottschalk aus dem brandenburgischen Friesack sind angerückt, um zu vollenden, was sie vor mehr als acht Jahren begonnen haben: die Sanierung der Friedhofsmauer in Sülldorf. Dort hat vor wenigen Tagen der achte und damit letzte Bauabschnitt begonnen.

Nur im vergangenen Jahr mussten die Bauarbeiter pausieren, da das Unternehmen, welches sich auf den Denkmalschutz spezialisiert hat, aus terminlichen Gründen die Fortsetzung der Bauarbeiten an der Friedhofsmauer nicht organisieren konnte. Joachim Kebbel als Stifter der Sanierung hatte sich jedoch ausgebeten, dass ausschließlich diese Firma die Bauarbeiten ausführt.

Bereits sieben Bauabschnitte sind bei der Sanierung der Sülldorfer Friedhofsmauer beendet. Die Gelder aus der Kebbelschen Stiftung "Heimaterde" machten es möglich. Vertraglich ist gebunden, dass jährlich mindestens 12000 Euro in die Sanierung der Friedhofsmauer gefließen. Die Gemeinde Sülzetal ist in der Regel mit 3000 Euro als Eigenanteil bei den Sanierungsarbeiten involviert. Auch das ist vertraglich so festgelegt. In dieser Summe stecken vor allem Hilfeleistungen des Bauhofes.

Der nun achte Bauabschnitt sieht vor, dass die letzten der einige hundert Meter langen Friedhofsmauer saniert werden. Sanierung heißt, dass die roten Backsteine der Felder neu verfugt, fehlerhafte Steine erneuert werden. Inbegriffen in die Sanierung ist auch der abschließende Sockel, damit keine Feuchtigkeit in die Mauer eindringen kann.

Bestandteil des letzten Abschnitts ist zudem der Einbau eines sogenannten Funktionstores auf der Rückseite des Friedhofes. Das neue Tor, das die Zufahrt zum Areal sichert und bereits eingebaut ist, dient zugleich als Wildschutz. Das Tor konnte mit Hilfe der Stiftungsgelder angefertigt werden.

Wieder eingebaut ist inzwischen ein weiteres Tor. Beim sogenannten Schäperschen Tor handelt es sich um ein altes schmiedeeisernes Tor, welches in einer Fachwerkstatt in den Wintermonaten aufgearbeitet wurde. Es handelt sich allerdings um ein feststehendes Tor, das sich nicht öffnen lässt.

Gut drei Wochen werden die Handwerker aus Friesack noch zu tun haben, dann ist das Thema Friedhofsmauer Sülldorf endgültig abgeschlossen.

Für den Sülldorfer Friedhof war die Gründung der Kebbelschen Stiftung "Heimaterde" ein wahrer Segen, denn nicht nur die Friedhofsmauer konnte saniert werden. Es wurden neue Wasserstellen geschaffen und das Kriegerdenkmal sowie die kleine Kapelle sind saniert.

Etwas schaffen, das bleibt - mit diesem Ziel haben Ruth und Joachim Kebbel einst die Stiftung gegründet. Dieses Ziel ist mehrfach erreicht.

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