Bis Anfang der Woche hatte Krottorf zwei Bahnübergänge. Nun sind beide gesperrt. Der eine bleibt für immer zu. Und der andere zunächst wegen Gleisarbeiten bis Dienstag. Was sich am nächsten Wochenende noch einmal wiederholen wird. Zudem wird die Signal- und Schrankenanlage dieses Übergangs erneuert. Am 26. Juni soll alles fertig sein.

Krottorf l Es war im Dezember 2012, als in Krottorf der letzte Zug gehalten hat. Seitdem lassen die Hex-Züge auf der Fahrt von Magdeburg nach Halberstadt den kleinen Ort Krottorf links liegen. Beziehungsweise auf der Fahrt von Halberstadt nach Magdeburg rechts liegen. Wer dort auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, fährt seither mit dem Bus.

Und nun gibt es in Krottorf die nächsten Veränderungen im Umfeld dieser Bahnstrecke. So werden zum einen am früheren Bahnhof der Bahnsteig zum großen Teil abgebaut sowie die Signal- und Schrankenanlage des benachbarten Bahnübergangs, über den die Landestraße 80 in Richtung Schwanebeck führt, erneuert. Zum anderen wird der zweite Krottorfer Bahnübergang, der sich am westlichen Ortsrand befindet, für immer geschlossen.

Genau genommen ist dieser Bahnübergang bereits seit Mittwoch offiziell Geschichte. Die Schranken nebst Signalanlage sind bereits abgebaut. Jetzt wird an den Gleisanlagen gearbeitet, so dass der Weg, der bisher über diesen Bahnübergang führte, kein Weg mehr ist. "Unter anderem wird demnächst eine Sackgasse-Schild auf die neue Situation aufmerksam machen", wie Katrin Otto vom Bauamt der Verbandsgemeinde Westliche Börde mitteilt.

Eigentlich wollte die Bahn diesen Übergang schon vor Monaten schließen. Doch damit beispielsweise Krottorfer Ackerbesitzer mit ihren Fahrzeugen auch weiterhin ihre Flächen jenseits der Bahnstrecke erreichen können, musste zunächst der etwa 1350 Meter lange Kuhbruchweg als Verbindung zwischen der L80 und den Ackerflächen in Stand gesetzt werden. Was jedoch wesentlich schwieriger war als erwartet.

Im September vergangenen Jahres war mit dem Ausbau dieses Weges begonnen und bereits im November waren die zwei Betonspuren auf einer Länge von etwa einem Kilometer von der L80 bis zum Limbach fertiggestellt worden. Aufgrund der schon während der Planung festgestellten Probleme mit der Tragfähigkeit des Weges wurde zu Beginn der Arbeiten reichlich Boden ausgetauscht und wurden vom Baubetrieb weitere Arbeiten zur Stabilisierungs des Baugrundes umgesetzt.

Was aber alles nur auf dem ersten Kilometer den versprochenen Erfolg gebracht hat. Auf den restlichen etwa 350 Metern nicht. "Dort ist der Untergrund wie ein Wackelpudding", wie Katrin Otto seinerzeit den Zustand beschrieben hatte. Daran hatten auch Arbeiten des Unterhaltungsverbandes "Untere Bode" nicht viel geändert, der den Limbach und die Gräben neben dem Weg mehrmals geräumt und den Durchlass gesäubert hat, "um den Wasserspiegel zu senken und damit die Vernässung des Untergrundes zu verringern", wie Katrin Otto im Januar sagte.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, hatte es zwei Möglichkeiten gegeben. Entweder einen etwa 300 Meter langen Graben auf der westlichen Seite des Kuhbruchwegs zu ziehen, der das Wasser von den anliegenden Grünflächen aufnehmen und in den Limbach leiten sollte. Oder aber auf diesen letzten 350 Metern nicht zwei Betonspuren zu bauen, sondern diesen Teil mit einer flächendeckenden Bitumentragschicht auszustatten. Und nicht zuletzt weil der mögliche neue Graben hätte auf privaten Flächen angelegt werden und hätte mit den Grundstückseigentümern verhandelt sowie ihnen eine Entschädigung gezahlt werden müssen, ist die Entscheidung schließlich für die Bitumentragdeckschicht gefallen.

Diese Schicht ist inzwischen drauf. So dass nun der gesamte 1350 Meter lange Kuhbruchweg fertig und allen Nutzern zur Verfügung steht.

Was wiederum der Bahn grünes Licht für die endgültige Schließung des einen Bahnübergangs gegeben hat. Den es also seit Mittwoch quasi nicht mehr gibt.

Und nach der Fertigstellung des Kuhbruchwegs fühlt sich die Bahn auch in der Lage, die im vergangenen Jahr mit dem Aufstellen neuer "Bahn-Ampeln" begonnene Modernisierung der Signal- und Schrankenanlage am Bahnübergang an der L80 zu beenden sowie einen Teil den früheren Bahnsteig abzubauen.

Wobei dieser Bahnübergang nicht deshalb vom heutigen Freitag bis zum Dienstag nächster Woche sowie vom darauffolgenden Freitag bis Dienstag geschlossen wird. "An diesen beiden verlängerten Wochenenden wird die Bahn vielmehr im Bereich des früheren Bahnhofs Gleise erneuern", wie Katrin Otto sagt.

Parallel dazu wird am Bahnübergang gearbeitet, der derzeit keine Schranken hat, sondern bei Zugdurchfahrten von Bahn-Mitarbeitern mit Absperrbändern gesichert wird. Am 26. Juni soll alles fertig sein und die neue Schranken- und Signalanlage offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden, wie Katrin Otto sagt.

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