Der Streit um Fördermittel für das geplante Kombibad in Oschersleben und die Lobbyisten-Äußerung von Wolfgang Zahn nimmt keine Ende. Der SPD-Politiker und künftige Stadtrat weist den von Andrea Hasselmann (CDU) gegen ihn erhobenen Populismus-Vorwurf zurück. Unterdessen erhält Liselotte Drohberg (Die Grünen) Rückendeckung von weiteren Stadträten.

Oschersleben l "Entweder hat Frau Hasselmann meine Anmerkungen bezüglich einer Förderung eines Kombibades nicht ganz verstanden oder sie betreibt nun mit ihren Aussagen den Populismus", sagte der SPD-Politiker Wolfgang Zahn und ergänzte: "Mir Halbwissen vorzuwerfen, kann so nicht stehen bleiben. Halbwahrheiten sind bislang ja nur von den Verfechtern des Standortes Bahnhof verbreitet worden."

Unterdessen habe er sehr wohl die Richtlinien der Sportstättenförderung des Landes verstanden und wisse, was möglich wäre. Richtig sei, dass ein reines Freizeitbad kaum Chancen auf Zuwendungen im Rahmen der Sportstättenförderung des Landes habe. Wettkampfcharakter beziehe sich auf die Tatsache, dass auch eine 25-Meter-Bahn vorhanden sein sollte, um beispielsweise Schulsport zu ermöglichen. "Es scheint so, als wenn Frau Hasselmann von irgendjemand nun vorgeschickt wird, sich politisch zu äußern und sich dadurch bekannt zu machen", sagte Zahn weiter. Sein Kampf sei alles andere als eine One-Man-Show.

Unterdessen formiert sich eine immer größere Front gegen Zahns Lobbyisten-Äußerung in der Fördermittel-Diskussion für das geplante Kombibad. So sagt Stadtrat René Herbert von der Freien Unabhängige Wählergemeinschaft (FUWG): "Eine weitere konstruktive Auseinandersetzung mit solch sinnfreien, effekthaschenden Verbalergüssen wie in den letzten Tagen ist aus meiner Sicht nicht erforderlich. Schauen wir einfach mal, wie die Lösungsvorschläge aussehen, wenn man Farbe bekennen muss." Nach der Entscheidung für den jetzigen Freibadstandort gebe es eine fraktionsübergreifende Unterstützung im Stadtrat und es werde gemeinsam mit der Stadt an Lösungen gearbeitet, ohne dass aus Geltungsdrang alles haarklein in der Presse präsentieren werden müsse. "Und vor Liselotte Drohberg ziehe ich zum wiederholten Male den Hut", sagte Herbert abschließend.

Auch Rüdiger Breier (CDU) distanziert sich scharf von Wolfgang Zahn und seinen Äußerungen. "Ich habe am 12. Februar selbst für ein Kombibad am künftigen Standort in der Breitscheidstraße gestimmt. Leute wie Frau Drohberg, die eine andere Meinung haben, als Lobbyisten zu bezeichnen, ist eine Frechheit", sagte der CDU-Stadtrat gegenüber der Volksstimme und ergänzte: "Wir wollen doch fünf Jahre miteinander im Stadtrat zusammenarbeiten und nicht gegeneinander schießen."

Wolfgang Zahn hatte gegenüber der Volksstimme in der Vorwoche moniert, er wittere "taktische Spielchen vom Bürgermeister, um den Oscherslebern etwas zu verklickern, was er und einige Lobbyisten wünschen". Dabei ging es um Äußerungen von einstigen Befürwortern des Kombibad-Standortes am Bahnhof, nachdem hier mehr Fördermittel geflossen wären als am Standort in der Breitscheidstraße. Zahns Darstellungen hatte wiederum Liselotte Drohberg scharf kritisiert, worauf Zahn ihr anriet, den Begriff "Lobbyismus" im Lexikon nachzuschlagen.

In der Stadtratssitzung am 12. Februar hatten sich die Räte in einer knappen Abstimmung für die Breitscheidstraße als künftigen Standort entschieden.

   

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