Seehausen l Dramatische Szenen haben sich in der Nacht zum Montag auf zwei Gartengrundstücken Am Stechweg in Seehausen abgespielt. Vier Brieftaubenverschläge mit rund 100 Tieren gingen in Flammen auf. Nur zehn Zucht- und fünf Brieftauben überlebten das Inferno.

Der 42-jährige Marcel Kamin sitzt am späten Montagnachmittag auf seiner Bank vor dem, was einmal sein Taubenverschlag war. Die Tränen kann der Brieftaubenzüchter nicht verbergen. Noch immer kann der Fenstermonteur nicht fassen, was passiert ist.

Seit zehn Jahren beschäftigt er sich mit der Zucht. Er ist deshalb auch seit dieser Zeit Mitglied im Brieftaubenzuchtverein. Und nun das: Jetzt sind alle seine 70 Tiere tot, die jüngsten waren erst im Februar geschlüpft. Auch 30 Tauben seines Gartennachbarn haben die Flammen nicht überlebt. Lediglich 15 Tiere gurren ganz in der Nähe des Brandortes, sie haben als einzige überlebt.

Kamin hat immer wieder die Bilder der Nacht vor Augen. Als er vor den Meter hohen Flammen stand und nichts mehr tun konnte. Die Verschläge waren abgeschlossen, die Tauben hatten keine Chance zu flüchten, so dass sie bei lebendigem Leib verbrannten.

Die Feuerwehren aus Seehausen, Eggenstedt und Dreileben löschten das Feuer. Die Einsatzkräfte konnten zumindest ein Ausbreiten der Flammen verhindern.

Kamins zehn Zuchttauben blieben dadurch in einem benachbarten Gebäude unverletzt. Auch zwei Gänse kamen noch einmal mit dem Schrecken davon.

Ein Zeuge hatte den Laubenbrand kurz vor Mitternacht bemerkt und gemeldet. Der Sachschaden beläuft sich nach Marcel Kamins ersten Schätzungen auf rund 5000 Euro.

Der ideelle Schaden dürfte aber weit höher sein. Was der 42-jährige Züchter nicht verstehen kann: Wer ist zu so etwas Abscheulichem fähig? Er steht jetzt, was seine Brieftaubenzucht betrifft, vor dem Nichts.

Schlimmer sind aber die Bilder vom qualvollen Tod seiner Tiere, die dem Seehäuser seit der Brandnacht immer wieder durch den Kopf gehen. "Es ist schlimm, wenn man sich so etwas vorstellen muss", sagt er.

Polizeisprecher Joachim Albrecht vom Revier Börde bestätigt: "Wir gehen in diesem Fall von einer Brandstiftung aus." Der Brandort wurde mit dem Ende der Restlöscharbeiten von einem Brandermittler untersucht, sagt er. Die Ermittlungen dauern an.

Großcontainer steht am Einkaufsmarkt in Flammen

Bereits am Freitag, den 13., war die Ortswehr Klein Wanzleben im Einsatz. Gegen 14.30 Uhr brannte es am Einkaufsmarkt in der Magdeburger Landstraße. Zeugen hatten hinter dem Markt aufsteigenden Rauch bemerkt. Bereits wenige Minuten nach der Alarmierung trafen neun Einsatzkräfte mit dem Löschtankfahrzeug am Einsatzort, der sich in der Nachbarschaft des Feuerwehrgerätehauses befindet, ein. Der Angriffstrupp bekam das Feuer schnell gelöscht.

"Ein Bauhof-Mitarbeiter unterstützte die Einsatzkräfte und kippte den Container mit Hilfe eines Radladers auf die Seite", so Stadtfeuerwehrsprecher Sven Nevermann. Die Brandursache hierzu ist noch unklar.

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