Der Protest gegen die geplante Geflügelmastanlage in Stemmern geht weiter. Am Wochenende wollen Gegner mit einer großen Fahrraddemonstration ein Zeichen setzen.

Stemmern l Noch liegen die Antragsunterlagen zum geplanten Bau einer Hühnermastanlage in Stemmern aus. Am Montag, 23. Juni, endet die Auslegungsfrist der Unterlagen in den Bauämtern der Gemeinde Sülzetal in Osterweddingen und der benachbarten Gemeinde Bördeland. Bis zum 7. Juli können Einwendungen von Betroffenen abgegeben werden.

Entsprechend laut schallt derzeit auch der Protest durch das Sülztetal. An der Spitze steht die Bürgerinitiative "Sauberes Sülzetal", die erst vor ein paar Tagen in Altenweddingen eine Einwohnerversammlung organisiert hat und auf großen Zuspruch stieß. In Dodendorf ist für morgen ab 19 Uhr eine weitere Einwohnerversammlung zum gleichen Thema geplant. Hier haben sich die Ortschaft und der örtliche Heimatverein die Organisation übernommen.

Inzwischen hat sich der Protest bis nach Berlin herumgesprochen, so dass für das nächste Wochenende Verstärkung von dort in Stemmern und Altenweddingen erwartet wird. Das Bündnis "Tier- fabriken-Widerstand" hat sich angekündigt, um mit einer Fahrraddemonstration auf ihr Ansinnen hinzuweisen. Nach seiner eigenen Beschreibung auf dem Flyer ist das Bündnis ein Zusammenschluss von Menschen, die sich gegen Neubauten von Tieranlagen in Ostdeutschland einsetzen. Durch die Unterstützung von "lokalen Widerstands-Initiativen" und überregionale Vernetzung soll das "Wachstum der Tierindustrie" aufgehalten werden.

Konkret beginnt der Protest gegen die Mastanlage in Stemmern am Sonnabend um 14 Uhr am Magdeburger Hauptbahnhof. Hier startet die Fahrraddemo, die über Dodendorf nach Stemmern führt. Von Stemmern aus soll es dann gegen 16 Uhr in Richtung Altenweddingen gehen. Treffpunkt ist am Feuerwehrgerätehaus. Wie Gabriele Siegel von der Bürgerinitiative "Sauberes Sülzetal" ankündigt, soll die Strecke der Transporter, die den Hühnertrockenkot nach Wolmirsleben bringen, abgefahren werden. Die Mitglieder der Bürgerinitiative bitten die Anlieger entlang der Demostrecke Tücher oder Bänder als symbolische Geruchsfahne aus dem Fenster zu hängen oder an den Zaun zu binden. "Nach dem Motto: Den Gestank wollen wir hier nicht haben", fügte sie hinzu.

Auch soll es im Feuerwehrgerätehaus in Stemmern eine "Einwendungswerkstatt" geben, in der ab 15 Uhr Fragen zu den Einwendungen beantwortet werden.