Harbke l Eingebettet in eine sommerliche Feierstunde anlässlich ihres 85-jährigen Bestehens, hat die Freiwillige Feuerwehr Harbke in der Orangerie des Schlossparks ihre Jahreshauptversammlung abgehalten. Rund 60 Gäste waren der Einladung der Ortswehrleitung gefolgt - zur Freude und auch Überraschung von Sandro Braun: "Vielen dank für Ihre Anwesenheit und die Jubiläumspräsente. Mit einer so großen positiven Resonanz habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet", so Harbkes Wehrleiter an die Gastvereine, Amts- und Ehrenvertreter gewandt.

In seiner einleitenden Ansprache zur geschichtlichen Entwicklung des Brandschutzes und der Feuerwehr in Harbke machte Braun deutlich, dass die "Ansätze für Feuerschutz und Hilfeleistung weit über das offizielle Gründungsdatum der Wehr am 30. April 1929 hinaus zu finden" sind. Mit anderen Worten: Das Prinzip Feuerwehr ist auch in Harbke erheblich älter als die Institution. Diese habe aber seit der Gründung in technischer, personeller und gesellschaftlicher Hinsicht eine enorme Entwicklung genommen, führte der Wehrleiter weiter aus. Zur gegenwärtigen Lage meinte Braun: "Positiv muss hier erwähnt werden, dass dem Trend von sinkenden Mitgliedern in den vergangenen Jahren wirksam entgegengetreten wurde." Der Tiefstand von 16 Aktiven sei überwunden worden, mittlerweile verfüge man wieder über 20 Einsatzkräfte.

Bergauf gehe es ebenso im Nachwuchsbereich, wie aus dem Bericht von Jugendwart Marco Ploch hervorging, der eine gestiegene Mitgliederzahl vermelden konnte: "Waren es im Vorjahr nur fünf Jugendliche, so sind es zum jetzigen Stand acht Mitglieder. Und eine der Neuaufnahmen wurde bereits in die Einsatzabteilung übernommen." Sandro Braun bewertete die Arbeit der Jugendabteilung anerkennend: "Das ist eine gute und solide Grundlage, auf die man bauen kann.`` Ausdruck dessen war nicht zuletzt die Auszeichnung Marco Plochs durch den Kreisfeuerwehrverband "für seine Verdienste im Rahmen der Jugendfeuerwehrarbeit".

Bekleidung unzureichend

Doch nicht nur lobende Worte wurden gesprochen. So mahnte Braun den Umgang mit den kommunalen Finanzmitteln an, "zum Beispiel die Tatsache, dass uns für das Jugendzeltlager weniger Geld als geplant zugeteilt wurde". Die generelle Beschaffung von Einsatz- und Dienstbekleidung bezeichnete der Wehrleiter als "unzureichend". Gleichwohl sei Braun davon überzeugt, dass die Kooperation zwischen der Ortwehrleitung und der Verbandsgemeinde künftig an Zuwachs gewinne, "da nur gemeinsam der Weg nach vorn beschritten werden kann."

Die für die Feuerwehren der Verbandsgemeinde zuständige Ordnungsamtsleiterin Bärbel Kuch sprach den Harbkern Dank für ihren Dienst und die Einsatzbereitschaft aus und warb mit Blick auf die geäußerte Kritik um Verständnis: "Die Verwaltung steht hinter der Arbeit der Feuerwehren und erkennt diese an, kann aber nur Finanzen ausschöpfen die ihr auch zur Verfügung stehen." Gleiches merkte Bürgermeister Werner Müller an, dem die Kameraden anschließend ein Präsent "für die gute Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen" überreichten. Ulf Nohr, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, erinnerte in seinem Grußwort daran, dass man "auch den Familien hinter jeder Einsatzkraft zu Dank verpflichtet" sei. "Die Arbeit jedes Einzelnen wäre nicht möglich ohne die Unterstützung der Angehörigen."

Sandro Braun und sein Stellvertreter Wolfgang Fahr nutzten den würdigen Rahmen der Veranstaltung schlussendlich, um persönliche Beförderungen und Ehrungen vorzunehmen. Ebenfalls wurden den Harbker Kameraden, die beim Juni-Hochwasser im Einsatz waren, bei dieser Gelegenheit die Fluthelfernadeln des Landes Sachsen-Anhalt verliehen.