Das Burgfest in Ampfurth war dieses Mal besonders bunt. Hauptakteure waren die Narren vom Ampfurther Carneval Club (ACC 74), die auf 40 Jahre Vereinsgeschichte zurückblickten. Gemeinsam mit Gästen gestalteten sie ein närrisches Programm.

Ampfurth l Achim Röttger hat einen großen Teil der Geschichte des Ampfurther Carneval Clubs (ACC 74) mitgeschrieben. Über 30 Jahre war er Sitzungspräsident. Gerade als er zu den Feierlichkeiten anlässlich des runden Geburtstags des ACC am vergangenen Wochenende die 40 Jahre noch einmal Revue passieren ließ, staunte er immer wieder, dass die Karnevalisten ihren Club 40 Jahre am Leben gehalten haben.

Denn was einst eine Reihe von Ampfurther Frauen - dabei waren Bettina Bosse, Gerda Lenhard und Brunhild Nehring - 1974 aus der Taufe gehoben haben, hatte die gesamten vier Jahrzehnte immer wieder mit Personalproblemen zu kämpfen. Als kleiner Ort bietet Ampfurth wenig Potenzial, wenn es um närrischen Nachwuchs geht. Doch der kam, wie Achim Röttger sich erinnerte, nicht selten aus dem umliegenden Orten wie Klein Wanzleben, Remkersleben, Wanzleben, Schermcke und Klein Oschersleben. Mädchen, die Lust zum Tanzen hatten, brachten oft ihre Freundinnen mit. So zählt der ACC heute etwa 40 Mitglieder. "Plus Kinder", betonte Anke Lenhard als Vorstandsmitglied des Vereins.

Gemeinsam ist es ihnen über die Jahre gelungen, für jede närrische Saison ein buntes Programm mit Tanz, Gesang und Büttenreden zu kreieren. Achim Röttger erinnerte an Rita Zypro und Ute Pasemann, die die Tanzmädchen einst geführt haben, oder an Albert Hinze, der als Schneider nicht nur die Kostüme genäht hat, sondern auch in der Bütt eine gute Figur machte. Nicht wegzudenken aus dem Ampfurther Carneval war auch Vera Gebhardt in der Rolle von "Kiepenfrau und Ampfurther Nachtausgabe" oder Frieder Gebhardt als "Bördebote", die reichlich Kritik an der Politik und dem jeweiligen Orts- geschehen übten.

"Wir hatten jedes Jahr so zehn bis zwölf Veranstaltungen in verschiedenen Orten bis hin nach Osterweddingen", erklärte Achim Röttger. Dabei sind alle Mitstreiter wichtig, von der Vereinschefin bis zum Techniker - das war früher so und das ist auch heute so.

Und so ist es den Ampfurther Jecken auch gelungen, aus Anlass ihres 40. Geburtstages dem traditionellen Burgfest in diesem Jahr einen besonders bunten Anstrich zu verpassen. Zur Verstärkung für den närrischen Umzug durch die Ampfurther Straßen, der sich, wie sollte es anders sein, um 11.11 Uhr in Bewegung setzte, hatten sie sich Gleichgesinnte von benachbarten Karnevalsvereinen eingeladen. So sorgten auch die Domersleber, Wanzleber, Eilsleber, Harbker und Gröninger Narren für mächtig Stimmung und Bonbonregen. Immer wieder war ein lautes "Helau" zu hören.

Auch nachdem die Vertreter der Karnevalsvereine ihre offiziellen Glückwünsche überbracht hatten, blieben sie noch gern etwas auf dem Burghof zusammen. Denn zum Nachmittagsprogramm durften die Gastvereine gemeinsam mit den großen und kleinen Jecken des ACC auf der Bühne ihren Sinn für Humor sowie ihr musikalisches und tänzerisches Talent beweisen. Zu späterer Stunde boten auch die Akrobaten des Wanzleber Börde-Gymnasiums noch etwas fürs Auge.

Und so mancher Karnevalist wird beim Betrachten der Bilder aus der Geschichte des Ampfurther Carneval Clubs auch an die eigene persönliche närrische Geschichte gedacht haben. Bei einigen der Gastvereine stehen in der nahen Zukunft ebenfalls wieder größere Anlässe zum Feiern an.

   

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