16 Schüler der Ganztagssekundarschule Langenweddingen wollen zum Ende dieses Jahres ein eigenes Buch herausgeben. Das soll das Ergebnis des "Schulschreiber"-Projektes sein, das die Schule als eine von drei Schulen in Sachsen-Anhalt jetzt gestartet hat.

Langenweddingen l "Schulschreiber" zu werden ist eine Ehre und gar nicht so einfach. Für die Langenweddinger Ganztagssekundarsschule sollte es aber in diesem Jahr eine Herausforderung werden, zumal die Schule schon seit längerem enge Kontakte mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis pflegt.

Erst im April dieses Jahres gab es anlässlich des Welttages des Buches zum wiederholten Male eine Autorenlesung in der Schule. Der Autor war diesmal kein Geringerer als Jürgen Jankofsky, der zudem stellvertretender Bundesvorsitzender des Friedrich-Bödecker-Kreises ist.

Er gab den sechsten Klassen damals Einblicke in seine schriftstellerische Karriere, die eigentlich durch die Liebe zur Musik angetrieben wurde. Jankofsky begann damals eigene deutsche Texte zu seiner Musik, die er mit dem E-Bass machte, zu schreiben. Später schrieb er auch längere Texte und wurde Schriftsteller. Bei seinem Besuch in der Langenweddinger Schule erzählte er aber auch, wie Geschichten entstehen, wie lange es dauert, bis ein Buch fertig ist, und worauf ein Schriftsteller bei seiner Arbeit achten muss.

Soweit zur Theorie, die Praxis können 16 Schüler der Schule bis zum Jahresende jetzt selbst testen. Sie wurden in dieser Woche im Beisein von Jürgen Jankofsky zu "Schulschreibern" berufen. "Eure Schule ist eine von drei Schulen und die einzige Sekundarschule, die in Sachsen-Anhalt an dem `Schulschreiber`-Projekt teilnimmt", unterstrich Jankofsky. Sinn dieses Projektes ist es, die Kinder für die Sprache zu begeistern und die Kreativität und den Spaß am Schreiben zu wecken. Er selbst erinnerte sich daran, dass beim Entstehen des "Schulschreiber"-Projektes die PISA-Studie nicht ganz unschuldig ist. "Die meinte, die Schüler sind doof, doch ich war mir sicher, dass das nicht stimmt", blickte er zurück. Und seine Meinung hätten bisher einige Schüler während ihrer "Schulschreiber"-Projekte bestätigt, gute Werke seien entstanden. Er lobte, dass das Land Sachsen-Anhalt nach wie vor zur Leseförderung steht und solche Projekte fördert.

Im Ergebnis des Projektes soll auch an der Ganztagsschule in Langenweddingen zum Ende des Jahres ein kleines Büchlein entstehen, in dem die geschriebenen Geschichten der "Schulschreiber" nachzulesen sind. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen aber keineswegs allein gelassen, sie bekommen einen "großen Schulschreiber" an die Hand, der mit ihnen in verschiedenen Workshops die Texte erarbeitet und ihnen Tipps gibt.

Für die Sülzetal-Schüler hat diese Aufgabe Klaus Hoffmann übernommen und er hat schon klare Vorstellungen: "Wir werden kurze Geschichten erarbeiten, für die die Schüler Interviews mit Familienmitgliedern führen sollen." Für ihn sei es eine Ehre, als "Schulschreiber" berufen worden zu sein. Und er weiß, wovon er redet, denn auch ein Klaus Hoffmann hat einmal klein angefangen, auch wenn das mittlerweile vierzig Jahre zurückliegt.

Und einige seiner Anfangswerke hatte der Autor, der ebenfalls musikalisch ist, auch mit nach Langenweddingen gebracht. So gehören zu seinen Werken auch Lieder wie beispielsweise das Limerick-Lied, das die Sekundarschüler zum Schmunzeln bewegte. "Seit einigen Jahren schreibe ich aber mehr längere Geschichten", erklärte er und vielleicht wird er den "Schulschreibern" bei seinen nächsten Besuchen noch einige davon vorstellen. Denn eines steht fest: Er kommt jetzt öfter hierher.

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