Zahlreiche kleine und große Besucher sind am Sonnabend auf den Warsleber Lorenzhof gekommen, um ein Lindenblütenfest zu feiern. Zu Beginn hat die Singgemeinschaft Warsleben ein Konzert gegeben.

Warsleben l Das erste Fest war es auf dem 160 Jahre alten Lorenzhof nicht. Denn in dem Saal des Nebengebäudes haben die Ahnen vom heutigen Besitzer Steffen Lorenz schon kräftig gefeiert. An diese Tradition wollen er und Organisationschefin Claudia Preihs nun anknüpfen.

Die Idee dazu kam ihnen währen der Warsleber 900-Jahr-Feier vor zwei Jahren. Nun sollte diese Idee umgesetzt werden. Als Organisatoren hatten sie sich für ihr Fest viel vorgenommen und doch standen so einige bange Fragen im Raum: Wird das Fest von den Warslebern angenommen? Hält das Wetter? Wie kommen die Show-Einlagen an? Reicht die Verpflegung?

Ein Teil der Anspannung fiel jedoch von den beiden bereits bei der Begrüßung ab, denn der festlich geschmückte Innenhof war pünktlich um 14.30 Uhr zum Konzert der Singgemeinschaft Warsleben gut besucht. Schon beim Bördelied auf Platt sprang der Funke der Begeisterung auf das Publikum über und es zeigt sich, dass die Sängerinnen mit ihrem Chorleiter Hartmut Sievert die richtige musikalische Mischung gefunden haben.

Durch das Programm führte Urte Ohnesorge. Von ihr erfuhren die Besucher auch, dass es um Warsleben herum früher mal 13 Windmühlen gab. Davon handelten dann auch die nächsten Lieder wie "Mühl`jung" oder "Es klappert die Mühle". Nach einigen Spirituals wechselte der Chor zu modernen Stücken und Liedern. Während des Konzerts erführen die Besucher auch viel über den Namensgeber des Festes - den Lindenbaum. Urte Ohnesorge hatte dafür nicht nur Informationen gesammelt, sie bezog das Publikum auch mit ein. Bei der Frage nach dem Stammumfang der Linde auf dem Lorenzhof lag Marlene Isensee aus Magdeburg richtig und Ian-Mike Schröder tippe auf 60000 Blüten pro Lindenbaum. Beide freuten sich über eine Packung Lindenblütentee.

Mit den Liedern "Für Frauen ist das kein Problem" und "Ich war noch niemals in New York" endete der bunte Liederreigen. Die Sängerinnen mit Rolf Rönnebeck an der Gitarre und Chorleiter Hartmut Sievert bekamen viel Beifall vom begeisterten Publikum.

Nach einer kurzen Pause gab es ein Theaterstück. Das hatten die elfjährigen Gymnasiastinnen Anna Lorenz, Milena Grose, Hanna Arend und Nina Kagelmann gemeinsam mit Heidrun Morgenthal einstudiert. In der von Nina Kagelmann geschriebenen modernen Version des Märchens "Hänsel und Gretel" konnte die Heldin Effi ihren Bruder Klaus aus den Fängen einer bösen Hexe befreien. Auch die Schauspielgruppe bekam sehr viel Applaus.

Schauspieler überzeugten auch als Tänzerinnen

Doch nicht nur als Schauspielerinnen überzeugten Anna, Milena, Hanna und Nina. Die vier tanzen auch gern. Und als Annas Papa, Steffen Lorenz, sie eines Tages hatte tanzen gesehen, sagte er: "Das müsst ihr beim Lindenblütenfest aufführen". So entführten die Gymnasiasten dann das Publikum zu rockig-alpenländischen Klängen in die Berge. Ihr Schuhplattler sorgte für Begeisterungsstürme im Publikum. Ein Glück, dass die jungen Damen so gut trainiert sind, denn der Ruf nach einer Zugabe ließ nicht lange auf sich warten.

Nach Musik, Theater und Tanz gab es für die Besucher auf dem Lorenzhof viel zu entdecken. Von der Hüpfburg bis zum Kinderschminken reichte das Angebot für die Jüngsten. An der Kaffeetafel fiel die Auswahl besonders schwer. Hier zeigte sich, dass die Sängerinnen der Chorgemeinschaft nicht nur gut bei Stimme sind, sondern auch hervorragend backen. Wer es lieber deftiger mochte, wurde am Grill oder bei Pommes Frites fündig. Dazu gab es nicht nur frischen Kaffee, sondern auch selbst gemachte Limonaden und Liköre sowie eine Fruchtbowle. So mancher nutzte die Gelegenheit und schaute sich die uralte Linde auf dem Lorenzhof an. "In diesem Jahr blüht der Baum besonders üppig und duftet", wie Steffen Lorenz sagte.

Beim Regenschauer am Abend kamen die noch am Vortag aufgestellten Partyzelte und die große überdachte Bühne zum Einsatz. Die gute Laune konnte der Regen jedoch nicht verderben. Ein Garant dafür war die Band "SchwarzAufWeiß". Die vier jungen Männer um Frontmann Isaak Guderian heizten mit ihren Cover-Songs von Adele bis U2 dem begeisterten Publikum kräftig ein. Da sah man dann auch ein gelöstes Paar Claudia Preihs und Steffen Lorenz vor der Bühne tanzen. Denn es war klar, dass dieses Fest ein Erfolg ist. Die Band schaffte es mit ihren Songs, so etwas wie Festival-Atmosphäre in Warsleben aufkommen zu lassen. Vor der Bühne wurde kräftig getanzt. Mit seiner rockig-souligen Stimme interpretierte Isaak Guderian nicht nur Songs der internationalen Größen aus Rock und Pop, seine eigenen Kompositionen brauchen sich dahinter nicht verstecken.

Das Live-Konzert war aber noch längst nicht der Abschluss des Lindenblütenfestes. Zu fortgeschrittener Stunde verzauberte "Nabiel" aus Braunschweig die Besucher mit seiner Feuer-Show, bei der auch Elke Würdig und Claudia Preihs einbezogen wurden und viel Mut mit den lodernden Flammen bewiesen.

Das Lindenblütenfest soll nicht die einzige Veranstaltung auf dem Lorenzhof bleiben. "Wir haben so einige Ideen und für die Vorweihnachtszeit laufen schon die Vorbereitungen", sagte am Ende ein sichtlich erleichterter Steffen Lorenz.

 

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