Der Förderverein des Freibades Langenweddingen 1928 hatte zu einem Fest in die Sport- und Freizeiteinrichtung eingeladen. Die Besucher ließen sich trotz heftiger Regenschauer den Spaß nicht verderben und verbrachten vergnügliche Stunden.

Langenweddingen l Es waren an diesem Sonnabendnachmittag bange Minuten, die Norbert Dregger erlebte. Der Vorsitzende des Fördervereins Freibad Langenweddingen 1928 schaute immer wieder auf sein Mobiltelefon. Auf dem Gerät hatte er ein Programm aufgerufen, dass die aktuelle Gewitterentwicklung über Langenweddingen zeigte. Eine dunkelblaue Wolkenfront zog von Magdeburg kommend in Richtung Sülzetal. "Das hier mitten drin sind wir", erkannte Dregger besorgt. Und richtig. Minuten später ging ein kräftiger Gewitter- guss über Langenweddingen und mit ihm über dem Freibad nieder. "Das haben wir nicht verdient", grollte Dregger dem Wettergott.

Vom Regen ließen sich die vielen großen und kleinen Besucher des Freibadfestes jedoch nicht schocken. Sie suchten Schutz unter Sonnenschirmen, Zelten und sonstigen bedachten Unterständen. So wie die Langenweddingerin Anne Gebhardt. Sie funktionierte kurzerhand eine Luftmatratze zum Regenschutz um. Zusammen mit ihren Enkeln Laura (5) und Julius (11) fand sie unter der aufgeblasenen Gummihülle Schutz vor dem prasselnden Regen. Laura ließ sich schon überhaupt nicht beeindrucken. Das Mädchen aß in aller Seelenruhe ihre Pommes Frites weiter. Die Kinder hatten bei ihren Großeltern ein Wochenende verbracht und im Gartenhäuschen übernachtet. "Es hat uns nur ein Igel gestört", berichtete Anne Gebhardt über den Verlauf der Nacht. Der Besuch des Sommerfestes im Freibad war fester Bestandteil des kleinen Abenteuerurlaubs. Anne Gebhardt gehört wie viele Langenweddinger zu den treuen Besuchern des Freibades. "Ich wohne nicht weit weg und gehe immer im Bademantel zum Freibad", sagte sie.

Auch konnte der Regen den Volleyballern auf den beiden Sandplätzen nichts anhaben. Trotz der Nässe von oben schmetterten sie die Bälle weiter über das Netz oder versuchten sie zu blocken. Aus den Boxen der Musikanlage spielte das Lied "Wann wird`s mal wieder richtig Sommer".

Ebenso machte Clown Baronelli das Beste aus dem Mistwetter. Unter einem vor dem Regen schützenden Dach blies Andreas Baron ungestört für die Kinder Luftballons auf und formte diese zu Figuren. Noch Minuten zuvor tanzte er bei Sonnenschein mit den Kindern über den Rasen und unterhielt sie mit allerlei Kunststücken.

Viele der mehr als 200 Mitglieder des Freibad-Fördervereins trugen zum Gelingen des Sommerfestes bei. So wie die Frauen, die an den Besuchstagen ehrenamtlich den Eintritt kassieren. Sie verkauften Kaffee und Kuchen. 21 Kuchen hatten Einwohner des Dorfes für das Fest gebacken. Dafür bedankten sich die Kassen- damen bei den Bäckerinnen.

Mit dem Verlauf des Sommerfestes zeigte sich Fördervereinsvorsitzender Norbert Dregger sehr zufrieden. "Trotz des Regens sind die Leute geblieben, sie haben sich nicht unterkriegen lassen", lobte er die Wetterfestigkeit der Langenweddinger. Nur der Musikgruppe "Jedermann", die am Abend zum Tanz aufspielen sollte, mussten die Veranstalter aus Sicherheitsgründen absagen. Die Bühne hatte kein Dach, so dass weiterer Regen eine Gefahr für die Elektrik dargestellt hätte. Dafür heizte DJ Christian Weißenberg den Gästen ein, die bis 1 Uhr am Morgen tanzten und nach den Worten Dreggers "viel Spaß hatten". "Jedermann"-Sängerin Kristin Tee schaute noch vorbei und sang zwei Lieder. Sie versprach, die Band werde ihren Auftritt in Langenweddingen später nachholen.

Wie Fördervereinsvorsitzender Norbert Dregger sagte, soll das Freibad im Sommer den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Langenweddingen bilden. Deshalb stehe es auf der Agenda des Vereins, während der Badesaison Höhepunkte wie das Sommerfest zu veranstalten. Am letzten Wochenende im August will der Verein die Badesaison mit einem Frühschoppen ausklingen lassen. Dann hoffentlich ohne Regen.

 

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