Oschersleben l Mehr als 130 Menschen mit Behinderung wohnen im Matthias-Claudius-Haus - viele davon fast ihr ganzes Leben. Jedes Jahr werden die Jubilare mit einer besonderen Feier geehrt. Ein geselliger Nachmittag, bei dem die eine oder andere Showeinlage nicht fehlen darf.

Begleitet von strahlendem Sonnenschein ist die vergangene Woche im Matthias-Claudius-Haus mit der traditionellen Jubilarfeier zu Ende gegangen. Am vergangenen Freitag feierten 17 Menschen mit Behinderung ihre Jubiläen - geehrt wurden Frauen und Männer, die seit 10, 20, 40 und 55 Jahren dort wohnen. Unter den Jubilaren waren allein acht, deren Zuhause seit mehr als einem halben Jahrhundert das Matthias-Claudius-Haus ist - eine unvorstellbar lange Zeit. Ihre Wohngruppe ist ihr Zuhause, ein bekannter Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen.

Für sie, wie für alle anderen Ausgezeichneten auch, gab es auf der Jubilarfeier eine gelbe Rose und prall gefüllte Präsentkörbe. "Jeder bekommt einen auf ihn abgestimmten Geschenkekorb", sagt Heidi Hörauf, Bereichsleiterin Wohnen. Und was da nicht alles drin war: Ein Korb voller Uhren für den Fan tickender Zeitmesser, gesundes Obst und viele, viele Süßigkeiten. Und wie es sich für echte "Preisverleihungen" gehört, verkürzten Sänger und Tänzer die Zeiten zwischen den Laudatien und Ehrungen. Bei Kaffee und Kuchen gab es Roland Kaiser, Wolfgang Petry und ein wahrlich authen- tisches "Feuerwerk" mit einem mitreißenden Helene Fischer-Double.

Echtes Comedy-Talent bewiesen am Ende der Feier Heidi Hörauf und Daniela Mertens, die sich in die Putzfrauen Inge und Hilde verwandelten und die Besucher sächselnd und singend ins Wochenende verabschiedeten.

Übrigens: Mit Stichtag 1. Juli waren im gesamten Wohnbereich der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung 133 Männer und Frauen mit Behinderung zuhause. In diesem Jahr gab es bislang vier Neueinzüge und einen Auszug.