Vor der großen Sommerpause hat die Harbker Grundschule "Am Ginkgo Patt" ein Versteck besonderer Art angelegt: eine "Zeitkapsel", tief im Erdreich geschützt und verborgen. Gehoben wird der ideelle Schatz erst wieder in 20 Jahren.

Harbke l "Es hat etwas von `Zurück in die Zukunft`, und auf diese Weise bewerkstelligen wir eben eine Art Zeitreise", beschreibt Michelle Bögelsack das von ihr erdachte Zeitkapsel-Projekt, das in der letzten Schulwoche nun von den Jungen und Mädchen aller vier Klassenstufen mit viel Begeisterung aufgenommen und umgesetzt wurde.

"Vor den Sommerferien geht es richtig rund bei uns", freut sich auch Schulsozialarbeiterin Marie-Louis Bischof über den Elan der kleinen Zeitenwandler. "Im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes hat Michelle Bögelsack diese zwei wundervollen Projekttage zum Thema Zukunft in 20 Jahren initiiert."

Aufgabe der Schüler war es zunächst, eigene Texte zu verfassen und Bilder zu sammeln, um sie dann im folgenden Schritt in der Kapsel zu verschließen und im Boden zu verwahren. "Die Zeitkapsel haben wir in der Nähe der Schule vergraben, dort soll die Arbeit der Kinder für die Nachwelt verewigt bleiben, erst in 20 Jahren wollen wir sie wieder ausbuddeln", erklärt Michelle Bögelsack. Die Dokumente darin sind vielfältig und dürften im Jahr 2034 das ein oder andere Schmunzeln erzeugen. So haben die Erstklässler ihre Vorstellung von der Welt in 20 Jahren zeichnerisch dargestellt. Klasse zwei setzte sich mit den eigenen Zielen und Wünschen für die persönliche Zukunft auseinander - "eine ehrgeizige Aufgabe, stehen die Kinder doch gerade noch ganz am Anfang ihrer Schullaufbahn", so Bögelsack.

Die Drittklässler haben jeweils einen Brief an ihr zukünftiges Ich verfasst, berichten von Familie, Freunden, Freizeit und Hobbys. Und die Ältesten waren journalistisch aktiv. Die beiden vierten Klassem haben eine Zeitung mit vielen relevanten Themen der heutigen Zeit bis hin zu Mode, Klatsch und Tratsch zusammengestellt. Auch wird die Grundschule, mit den aktuellen Klassenfotos illustriert, vorgestellt.

"Das gemeinsame Vergraben hat Kindern und Lehrern viel Freude bereitet", sagt Michelle Bögelsack. "Hoffentlich gibt es in 20 Jahren ein spannendes Wiedersehen mit allen Beteiligten."

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