Mit der Sorge um die Verkehrssicherheit aufgrund der "windschiefen" B246a-Bäume zwischen Meyendorf und Remkersleben hat gestern das Ordnungsamt reagiert und die Feuerwehr verständigt. Ein von innen komplett hohler, knapp 25 Meter hoher Ahornbaum drohte auf die Fahrbahn zu kippen.

Meyendorf l Ein morscher, knapp 25 Meter hoher Ahornbaum musste gestern von den Einsatzkräften der Remkersleber und Wanzleber Wehr in Höhe Meyendorf gefällt werden. Der pilzbefallene Riese drohte auf die B246a zu kippen. Über die Gefahr war das Wanzleber Ordnungsamt von der für diesen Abschnitt zuständigen Straßenmeisterei Oschersleben informiert worden. Die Baumschau hatte ein Bürger eingefordert.

Bei einer halbseitigen Polizei-Sperrung, die teilweise den Lkw-Verkehr zum Erliegen brachte, zerlegten die sieben Kameraden den Baum Stück für Stück mit der Kettensäge. Nach drei Stunden Mammutarbeit konnten die Fällarbeiten am Röthebach um 13 Uhr beendet werden.

Für den schweißtreibenden Einsatz hatte Remkerslebens Ortswehrleiter Andreas Uhde sogar seine private Motorsäge holen müssen, um dem Stammdurchmesser von einem Meter überhaupt etwas entgegen setzen zu können. "Und selbst mit meiner Säge, die mit einem 90 Zentimeter großen Schwert arbeitet, musste ich den Baumstamm von beiden Seiten bearbeiten, um überhaupt eine Chance zu haben, ihn fällen zu können."

Dem Einsatz war der Volksstimme-Bericht in der Sonnabendausgabe "Sorge um windschiefe Bäume" vorausgegangen. Die Straßenmeisterei hatte, wie angekündigt, die grünen Riesen am Montag von ihrem Baumwart entlang der Leitplanken untersuchen lassen.

"Die Begutachtung der B246a-Böschung zwischen Meyendorf und Remkersleben hat ergeben, dass die beschriebenen Bäume hier zwar schief, aber dennoch standfest stehen", sagte gestern Ordnungsamtsleiterin Sylvia Dammering auf Nachfrage. "Die Bäume weisen lediglich jene Neigung auf, weil sie über die Jahre hinweg in Richtung Sonnenlicht gewachsen sind", erklärte sie die "Schieflage".

Die Entwarnung dürfte Volksstimme-Leser Rainer Hoffmann aufatmen lassen. Der Remkersleber hatte mit dem nächsten Unwetter auch den nächsten Feuerwehreinsatz prophezeit. "Es würde mich nicht wundern, wenn hier beim nächsten Gewitter wieder ein Baum auf der vielbefahrenen Bundesstraße liegen würde", hatte er befürchtet.

Der Remkersleber hatte mit seiner Sorge, Verkehrsteilnehmer könnten von einem umstürzenden Baum getroffen und verletzt werden, die zuständigen Behörden aufgefordert, die Verkehrssicherheit auf diesem Abschnitt prüfen und gegebenenfalls die Bäume sichern zu lassen, "ehe hier noch etwas Schlimmes passiert".

Straßenmeister Christoph Feest hatte der Volksstimme eine zeitnahe Kontrolle zugesichert. Die Vorort-Schau kam allerdings zu dem Ergebnis, "dass von einem unserer Bäume eine Gefahr ausgeht", erklärt Sylvia Dammering. Daraufhin hatte die Amtsleiterin die Feuerwehr gestern gegen 10 Uhr alarmiert. Kurze Zeit später hatte die Drehleiter auf der B246a bereits Position bezogen.

Gerätewart Bernd Hahn "chauffierte" die Kameraden zunächst im Drehleiter-Korb gen Baumkrone. Die Feuerwehrmänner arbeiteten sich, der Mittagshitze ausgeliefert, peu á peu vom Wipfel bis zur Wurzel.

"Der Baum leidet laut Befund des Baumgutachters unter einem Pilzbefall und ist von innen bereits komplett hohl", erklärte Andreas Uhde, der das Ausmaß nur bestätigen konnte. Auch das Wurzelwerk habe dem Ahorn längst keinen Halt mehr gegeben.

Zuletzt hatte es auf der B246a in Höhe Meyendorf einen Baum Anfang Mai bei einem Unwetter entschärft. Die Einsatzkräfte mussten den umgestürzten Baum entfernen. Ein Lkw-Fahrer hatte den Baum auf die Fahrbahn krachen sehen und noch rechtzeitig bremsen können.

   

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